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Haus als System

Effizienz durch ganzheitliche Betrachtung

Energetische Sanierungen sind anspruchsvolle Vorhaben. Damit am Ende ein qualitativ hochwertiges Ergebnis erreicht wird, das auch alle vorher gesetzten Ziele erreicht, empfiehlt die dena, das Haus als Gesamtsystem zu betrachten.

Die Senkung des Energiebedarfs eines Hauses lässt sich bekanntermaßen durch verschiedene Effizienzmaßnahmen bewirken: den Einsatz effizienter Anlagentechnik, die Einbindung erneuerbarer Energien sowie die Dichtheit der Gebäudehülle inklusive der Fenster. Dabei sind verschiedene Maßnahmen voneinander abhängig und müssen sinnvoll kombiniert werden, um das Effizienzpotential auszuschöpfen und zusätzliche Kosten zu sparen.

Somit ist die ganzheitliche Betrachtung das wesentliche Element für eine effektive und effiziente Auswahl und Kombination der Effizienzmaßnahmen. Der Energieberatung und der damit verbundenen Planung der einzelnen Sanierungsschritte kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu.

Im Folgenden haben wir Ihnen verschiedene Beispiele zusammengestellt, bei denen Herausforderungen an bestimmten Bauteilen beim energetischen Sanieren zu finden sind und die es bei einer ganzheitlichen Betrachtung des Hauses zu meistern gilt.

Fenstereinbau/-tausch

Beteiligte Gewerke:

  • Fensterbauer (Fenster)
  • Sonnenschutzmechatroniker (Rollladen)
  • Stuckateure, Fassadenbauer, Maler (Laibungsdämmung)
  • Steinmetz, Blechner, Tischler (Fensterbank)
  • Maurer
  • Architekten, Planer und Sachverständige

Folgende Probleme können auftreten:

  • Dichtheit des Gebäudes nimmt zu, weshalb die im Gebäude entstehende Feuchtigkeit abgeführt werden muss (mechanisch oder per Fensterlüftung), eine Änderung des Nutzerverhaltens ist erforderlich
  • Bei fehlerhafter Montage kann es zu Zugerscheinungen, Schimmelbildung, zusätzlichen energetischen Verlusten kommen – geplanter energetischer Standard wird nicht erreicht
  • Neue Fenster haben oft einen besseren Wärmeschutz als die Außenwand in ihrer bisherigen Form. In diesem Fall kondensiert die Feuchtigkeit im Raum nicht mehr am Fenster, sondern an den kältesten Stellen der Außenwand, Wärmebrücken entstehen.
  • Luftundichtigkeit
  • Eindringen von Feuchtigkeit
  • Reduzierung des Wohnkomforts

Installation einer Fußbodenheizung

Beteiligte Gewerke:

  • Heizungsbauer
  • Estrichleger
  • Fußbodenleger
  • Trockenbauer

Folgende Probleme können auftreten:

  • Hohe Feuchtigkeit durch Trocknung des Estrichs
  • Schäden am Estrich durch Temperaturänderungen
  • Austritt von Feuchtigkeit bei undichten Heizleitungen
  • Unbehaglichkeit und Wärmeverluste bspw. durch beschädigte Dämmschicht, zu dicken Fußbodenaufbau über Fußbodenheizung oder zu hohe Fußbodentemperatur durch zu dünnen Bodenbelag
  • Beschädigung der Dämmschicht durch Befestigungen der Flächenheizung
  • Ungeeigneter Belag für Fußboden- und Flächenheizung
  • Fußbodenheizung befindet sich unter befestigten Einbauten (Badewannen, Kaminen etc.)
  • Heizleistung für den Raum wird nicht erreicht, da Fußbodenaufbau über Fußbodenheizung zu dick oder zu stark gedämmt ist -> Unbehaglichkeit und Feuchteausfall -> Schimmelbefall
  • Heizleitungen unter Badewannen können zu einem Wärmestau und dadurch zum Austrocknen des Siphons führen, was eine Geruchsbelästigung zur Folge hat
  • Aufgrund zu langer Heizkreisleitungen oder einem zu großen Verlegeabstand wird die Heizleistung nicht erreicht. Das kann zu einem Feuchteaustritt, damit verbundenem Schimmel und mangelndem Wohnkomfort verbunden sein.
  • Durch Fenster mit Uw < 0,85 W/m²K ist der Einbauort des Heizkörpers beliebig, keine Verdichtung der Fußbodenheizung im Fensterbereich notwendig.
  • Raumtemperaturen werden nicht erreicht, da Verlegeabstand und Heizkreislauflänge nicht an Wärmebereitsteller angepasst sind

Austausch der Heizungsanlage

Beteiligte Gewerke:

  • Heizungsinstallateur
  • Gas-Wasser-Installateur
  • Planer und Sachverständige

Folgende Probleme können auftreten:

  • Höherer Strombedarf durch falschen hydraulischen Abgleich
  • Schlechte Dämmung der Heizungsrohre in unbeheizten Räumen führt zu hohen Wärmeverlusten
  • Zu geringe Abstände der Heizung zu Fußboden, Wand und Fensterbrett verringern natürliche Konvektion -> Wärme kann sich nur schlecht im Raum ausbreiten
  • Falsche Dimensionierung der Heizkörper -> Sollraumtemperaturen werden nicht erreicht
  • Undichtigkeiten infolge mangelhafter Ausführung der Schornsteinanbindung zum Dach
  • Schallübertragungen im Gebäude bei Rohrdurchführungen durch Wände/Dächer aufgrund nicht entkoppelter Leitungen
  • Fehlender eigener Schacht für LAS-Schornstein
  • Keine Berücksichtigung der Zeitkonstante bei Gebäuden mit sehr guter Wärmedämmung.
  • Überflüssige Energie- und Wärmeverluste durch unzureichend gedämmte Leitungen (zu dünn gedämmt oder wegen fehlenden Abstandes oder Armaturen gar nicht gedämmt) -> höherer Energiebedarf

Anschluss Außenwand an Bodenplatte

Beteiligte Gewerke:

  • Betonbauer
  • Maurer
  • Trockenbauer
  • Maler

Folgende Probleme können auftreten:

  • Schimmelbildung an Wärmebrücken oder bei Feuchteschäden möglich
  • Zusätzliche energetische Verluste – geplanter energetischer Standard wird nicht erreicht
  • Bauschäden (langfristig)
  • Fehlende Dämmschicht am Übergang
  • Undichtigkeiten an den Nahtstellen, Wärmeverluste (Wärmebrücken), Feuchteeintrag
  • Reduzierung des Wohnkomfort (kalte Füße)

Anbringung Außenwanddämmung (WDVS)

Beteiligte Gewerke:

  • Maler
  • Stuckateure
  • Maurer
  • Architekten, Planer und Sachverständige

Folgende Probleme können auftreten:

  • Energieverlust und ggf. Feuchteschäden durch schlecht ausgeführten Einbau von Fensterbänken
  • Bautechnische Verringerung der Dämmschichtdicke durch z. B. Regenrinnenbefestigungen, Markisen, Leuchten im Außenbereich und Kanäle/Schlitze für Elektroleitungen führen zu Wärmebrücken
  • Mangelhafte Luftdichtheit
  • Fehlerhafte und mangelnde Dämmung, vor allem von auskragenden Bauteilen, Befestigungen und Fensteranschlüssen
  • Bei unsachgemäß angebrachten WDVS:
    • Risse im Außenputz
    • Algenbildung bei Einsatz ungeeigneter Putzsysteme und Farben
    • Hinterspülung der Dämmung mit Außenluft -> Reduzierung der Dämmwirkung
  • Unzureichend verputzte Außenwand (hinter Vorwandinstallation und abgehängten Decken)
  • Geplanter energetischer Standard wird nicht erreicht

Dachdämmung

Beteiligte Gewerke:

  • Zimmerer
  • Trockenbauer
  • Dachdecker
  • Architekten, Planer und Sachverständige

Folgende Probleme können auftreten:

  • Luftundichtigkeiten und Eintritt von Feuchtigkeit führen zu Schimmelbildung und Wärmeverlusten, dauerhafter Feuchteeintrag kann Holzbauteile zerstören
  • Mittel- bis langfristig können Schäden an der Dachkonstruktion in Folge von unzulässig hoher Feuchtigkeit auftreten
  • Unzureichende Dämmung am Übergang vom Dach zur Außenwand, unzureichend abgedichtete und unvollständig ausgeführte Dampfsperren am Übergang
  • Undichtigkeiten in der innenseitigen luftdichten Ebene
  • Geplanter energetischer Standard wird nicht erreicht

Exkurs: Sensibilisierung für das Thema

Unter Federführung des Zentralverbands des deutschen Handwerks hat die dena mit mehreren anderen Partnern ein gewerkeübergreifendes Weiterbildungsseminar für Handwerker zum energetischen Bauen und Sanieren entwickelt. Das modulartig aufgebaute Seminar stellt die Themen Haus als System und Zusammenarbeit der Gewerke an den Schnittstellen in den Mittelpunkt. Außerdem wurde ein Seminar für Ausbilder inklusive E-Learning-Modul erarbeitet, das die Themen ebenfalls vermittelt. Hier finden Sie das E-Learning-Modul.

Hier können Sie die kostenfreien Seminarunterlagen herunterladen, um das Seminar selber anzubieten. Weitere Infos zu dem Projekt.