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Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)


Zu was verpflichtet das Wärmegesetz?

Ein Gebäudeeigentümer, dessen Gebäude unter den Anwendungsbereich des Gesetzes fällt, muss seinen Wärmeenergiebedarf anteilig mit erneuerbaren Energien decken. Wärmeenergiebedarf beschreibt in der Regel die Energie, die man zum Heizen, zur Erwärmung des Nutzwassers und zur Kühlung benötigt.

Das EEWärmeG verpflichtet in §3, den Wärmebedarf für neu zu errichtende Gebäude anteilig mit erneuerbaren Energien zu decken. Die Pflicht besteht ab einer Nutzfläche von mehr als 50 Quadratmetern.

In der Pflicht sind alle Eigentümer neu errichteter Gebäude, gleichgültig, ob es sich um öffentliche oder private Bauherren handelt. Welche Form von erneuerbaren Energien genutzt werden soll, kann der Eigentümer entscheiden. Dabei sind einige Mindestanforderungen zu beachten. So muss ein bestimmter Mindestanteil des gesamten Wärme- und/oder Kältebedarfs mit erneuerbaren Energien erzeugt werden. Der Anteil ist abhängig davon, welche erneuerbaren Energien eingesetzt werden.

Bei der Nutzung thermischer solarer Strahlungsenergie müssen derzeit mindestens 15 Prozent des Wärme- und Kälteenergiebedarfs des Gebäudes durch eine solarthermische Anlage gedeckt werden, bei der Nutzung von fester oder flüssiger Biomasse sind es 50 Prozent, beim Einsatz von Geothermie sind ebenfalls 50 Prozent. Hintergrund der unterschiedlichen Quoten sind unterschiedliche Investitions- und Brennstoffkosten.

Wer keine erneuerbaren Energien nutzen möchte, kann aus verschiedenen, so genannten Ersatzmaßnahmen wählen. So gilt die Nutzungspflicht als erfüllt, wenn der Wärme- und Kälteenergiebedarf zu mindestens 50 Prozent aus Abwärme oder aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) gedeckt wird. Ebenso können Ersatzmaßnahmen durch konventionell erzeugte Fernwärme oder Fernkälte sowie durch eine verbesserte Energieeinsparung beim Gebäude erzielt werden (§ 7 Abs. 2 und 3 EEWärmeG).

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Wo finde ich den Gesetzestext zum EEWärmeG?

Den Text des Erneuerbaren-Energie-Wärmegesetzes (EEWärmeG) und weitere Informationen, wie der  dazugehöriger Begründung, sowie einer Zusammenfassung der dena  finden Sie auf der Webseite Zukunft Haus der dena

In welchen Umfang müssen erneuerbare Energien genutzt werden?

Jeder Gebäudeeigentümer muss nur anteilig erneuerbare Energien nutzen. Diese Mindestanteile richten sich nach der eingesetzten Energiequelle.

Eine Übersicht finden Sie hier:

Solarthermie 0,04 m²/ 0,03 m²

Sonstige solare Strahlungsenergie 15%

Geothermie 50 %

Umweltwärme 50 %

feste Biomasse 50 %

gasförmige Biomasse 30 %

flüssige Biomasse 50 %

Quelle: Bundesumweltministerium

Welche 50%ige Energiemengenart muss man nach EEWärmeG sichern?

Im EEWärmeG wird der Wärmeenergiebedarf wie folgt definiert: § 2 (2) Nr. 4: Wärmeenergiebedarf ist die zur Deckung a) des Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasserbereitung sowie b) des Kältebedarfs für Kühlung, jeweils einschließlich der Aufwände für Übergabe, Verteilung und Speicherung jährlich benötigte Wärmemenge. Der Wärmeenergiebedarf wird nach den technischen Regeln berechnet, die den Anlagen 1 und 2 zur Energieeinsparverordnung zugrunde gelegt werden. Diese Beschreibung trifft auf den Endenergiebedarf zu. Im Primärenergiebedarf ist ja bereits der Primärenergiefaktor enthalten, der eben verschieden ist für verschiedene Energieträger. Dem EEWärmeG geht es darum, den durch Gebäudehülle und Anlagentechnik entstehenden Energiebedarf teilweise aus erneuerbaren Energien zu decken. Es wird in der Praxis also die Summe gebildet aus Endenergie für Heizung + Endenergie für Warmwasserbereitung + Endenergie für Kühlung. Die Summe der Endenergien muss zu 50 % durch die Wärmepumpe gedeckt sein.

Gilt das EEWärmeG auch für An- und Umbauten?

Dazu schreibt das Bundesumweltministerium (BMU) auf seiner Webseite: "Was gilt für An- und Umbauten?"

Zur Nutzung erneuerbarer Energien sind nur Eigentümer von Neubauten verpflichtet. Bestehende Gebäude unterfallen dieser Pflicht nicht; eine Nutzungspflicht kann sich jedoch ggf. aus Landesrecht ergeben (in Baden-Württemberg).

In der Praxis stellt sich vielfach die Frage, ob auch Anbauten an bestehende Gebäude und Umbauten bestehender Gebäude als Neubauten anzusehen sind, so dass die Eigentümer zur Nutzung Erneuerbarer Energien für die Wärmeversorgung des An- oder Umbaus verpflichtet sind. Wie im Einzelnen An- und Umbauten zu bewerten sind, können Sie dem Anwendungshinweis entnehmen, den das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit erarbeitet und den Ländern für den Vollzug zur Verfügung gestellt hat.

Anwendungshinweise zum Vollzug des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes hier: Anwendung auf An- und Umbauten (Hinweis Nr. 2/2010)

"2. Anbauten

Anbauten an bestehende Gebäude fallen nur unter die Nutzungspflicht des § 3 Abs. 1 EEWärmeG, wenn der Anbau ein selbständiges neues Gebäude bildet, also der Anbau selbst die Voraussetzungen eines Gebäudes im o. a. Sinne erfüllt. Dies ist im Einzelfall anhand der Gesamtschau der Umstände zu beurteilen. 

Beispiele:

Der Anbau eines Hobbyraums, Wintergarten oder Arbeitszimmers schafft kein neues Gebäude und löst die Nutzungspflicht nach § 3 Abs. 1 EEWärmeG nicht aus.
Der Anbau einer Doppelhaushälfte schafft in der Regel ein neues Gebäude und löst die Nutzungspflicht nach § 3 Abs. 1 EEWärmeG aus.
Ungeachtet dessen ist weiter zu prüfen, ob der Anbau die Voraussetzungen nach § 4 EEWärmeG erfüllt. Sofern das angebaute Gebäude dann unter die Nutzungspflicht des § 3 Abs. 1 EEWärmeG fällt, muss der Wärmeenergiebedarf nur für das neu errichtete Gebäude gesondert ermittelt werden.

3. Ausbaumaßnahmen
Ausbaumaßnahmen, also sowohl die bauliche Veränderung bereits bestehender Gebäude („Umbauten“) als auch bauliche Maßnahmen zur Schaffung neuer beheizter oder klimatisierter Räume innerhalb von bestehenden Gebäuden („Ausbauten“), sind grundsätzlich Maßnahmen an „bereits errichteten Gebäuden“ i. S. des § 3 Abs. 2 EEWärmeG. Sie fallen nicht unter die bundesrechtliche Nutzungspflicht des § 3 Abs. 1 EEWärmeG. Dies gilt auch und insbesondere für den bloßen Innenausbau eines Gebäudes.

Ausbaumaßnahmen an einem „bereits errichteten Gebäude“ können ausnahmsweise nur dann als Neubauten angesehen werden, wenn sich die bauliche Maßnahme nach der Ge-samtschau der Umstände für einen objektiven Dritten nicht als Ausbau eines bestehenden Gebäudes darstellt, sondern als Errichtung eines neuen Gebäudes, das als solches die Voraussetzungen eines selbständigen Gebäudes im o. a. Sinne erfüllt.
Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn sich die bauliche Maßnahme auf ein gesamtes Gebäude oder einen selbständig genutzten Gebäudeteil, der selbst als Gebäude anzusehen ist (z. B. Doppelhaushälfte), bezieht und dieses Gebäude baulich und anlagentechnisch so grundlegend verändert wird, dass objektiv ein neues Gebäude entsteht. Das kann nur angenommen werden, wenn die für den Wärmebedarf relevanten Bauteile und Bestandteile der Anlagentechnik des Gebäudes (Fundamente, Decken, Außenwände, Fenster, Türen, wärmebedarfsrelevante Haustechnik) in der ganz überwiegenden Mehrheit ersetzt werden; nur dann kann der Bauherr in gleicher Weise wie bei einem Neubau die Integration Erneuerbarer Energien in die Wärmeversorgung seiner Baumaßnahme einplanen."

 

 

Wann gilt die Nutzungspflicht?

Grundsätzlich muss das Gesetz mit Inkrafttreten, also ab dem 1. Januar 2009 beachtet werden. Übergangsfristen gelten jedoch, wenn für das Vorhaben vor dem Tag des Inkrafttretens des Gesetzes der Bauantrag gestellt oder die Bauanzeige erstattet wurde. In diesem Fall greift die Nutzungspflicht nach Bundesrecht nicht. Gleiches gilt für die nicht genehmigungsbedürftige Errichtung eines Gebäudes, wenn die erforderliche Kenntnisgabe vor dem 1. Januar 2009 erfolgt ist bzw. bei verfahrensfreien Vorhaben, wenn mit der Ausführung vor dem 1. Januar 2009 begonnen werden durfte oder rechtmäßig begonnen wurde.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Gibt es Ausnahmen zur Nutzungspflicht?

Niemand soll finanziell überfordert werden. Ein Ausnahmetatbestand sieht die Befreiung von der Nutzungspflicht nicht nur dann vor, wenn die Nutzung erneuerbarer Energien technisch unmöglich ist oder gar andere öffentlich-rechtliche Pflichten entgegenstehen. Auch wenn es für den Gebäudeeigentümer finanziell unzumutbar ist, auf regenerative Energiequellen zurückzugreifen, kann er von seiner Pflicht befreit werden. Liegt eine solche besondere Härte vor, muss der Eigentümer des Gebäudes allerdings einen entsprechenden Antrag bei der zuständigen Behörde stellen. Die Zuständigkeit der Behörde richtet sich nach Landesrecht; zuständig ist in der Regel die untere Baubehörde.

Eine Ausnahme gilt für bestimmte Gebäude, bei denen der Einsatz erneuerbarer Energien typischer Weise unmöglich ist oder keinen Sinn macht. Dazu zählen z.B. Zelte, Treibhäuser, Häuser mit einer Nutzfläche von weniger als 50 m², bestimmte Betriebsgebäude, Gotteshäuser oder unterirdische Bauten.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Welche Nachweise müssen erbracht werden und wer kann Nachweise ausstellen?

Je nach dem, welche Option der Gebäudeeigentümer zur Erfüllung der Nutzungspflicht wählt, treffen ihn unterschiedliche Nachweispflichten. Nachzuweisen ist, dass erneuerbare Energien im vorgesehenen Umfang und so eingesetzt wurden, wie es die Anforderungen des Gesetzesentwurfs vorschreiben.

Die zuständige Behörde kontrolliert die Erfüllung der Nutzungspflicht ebenso wie die Erfüllung der Nachweispflicht. Dazu führt sie Stichproben durch. Eine Ausnahme gilt für Eigentümer, die flüssige oder gasförmige Biomasse nutzen. In diesem Fall muss 15 Jahre lang nachgewiesen werden, dass der gelieferte Brennstoff im geforderten Umfang genutzt wird.

Zur Ausstellung von Nachweisen sind in erster Linie Sachkundige berechtigt. Sachkundig ist jede Person, die nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) Energieausweise ausstellen kann. Dazu können je nach Aus- und Weiterbildung Schornsteinfeger, Architekten, Bauingenieure, Maschinenbauer und Elektrotechniker sowie Anlagenhersteller und Brennstofflieferanten gehören. Darüber hinaus lässt das Gesetz beim Einsatz bestimmter Energieformen auch Nachweise durch den Anlagenhersteller oder durch den Fachunternehmer zu, der die Anlage eingebaut hat.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Welche Nachweise müssen erbracht werden und wer kann Nachweise ausstellen?

Je nach dem, welche Option der Gebäudeeigentümer zur Erfüllung der Nutzungspflicht wählt, treffen ihn unterschiedliche Nachweispflichten. Nachzuweisen ist, dass erneuerbare Energien im vorgesehenen Umfang und so eingesetzt wurden, wie es die Anforderungen des Gesetzesentwurfs vorschreiben.

Die zuständige Behörde kontrolliert die Erfüllung der Nutzungspflicht ebenso wie die Erfüllung der Nachweispflicht. Dazu führt sie Stichproben durch. Eine Ausnahme gilt für Eigentümer, die flüssige oder gasförmige Biomasse nutzen. In diesem Fall muss 15 Jahre lang nachgewiesen werden, dass der gelieferte Brennstoff im geforderten Umfang genutzt wird.

Zur Ausstellung von Nachweisen sind in erster Linie Sachkundige berechtigt. Sachkundig ist jede Person, die nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) Energieausweise ausstellen kann. Dazu können je nach Aus- und Weiterbildung Schornsteinfeger, Architekten, Bauingenieure, Maschinenbauer und Elektrotechniker sowie Anlagenhersteller und Brennstofflieferanten gehören. Darüber hinaus lässt das Gesetz beim Einsatz bestimmter Energieformen auch Nachweise durch den Anlagenhersteller oder durch den Fachunternehmer zu, der die Anlage eingebaut hat.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Wer muss Nachweise erbrigen und wann müssen diese Nachweise erbracht werden?

Alle Verpflichteten des Wärmegesetzes müssen Nachweise erbringen, wobei die Nachweise der technischen Anforderungen der zuständigen Behörde vorzulegen und danach mindestens fünf Jahre aufzubewahren sind. Das gilt nicht, wenn die Tatsachen, die mit dem Nachweis nachgewiesen werden sollen, der Behörde bereits bekannt sind, weil sie dies bei der Bauabnahme geprüft hat.

Der Eigentümer eines Neubaus hat die Nachweise innerhalb von drei Monaten ab dem Inbetriebnahmejahr der Heizungsanlage des neuen Gebäudes und danach auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Kann in einer Fotovoltaikanlage erzeugte erneuerbare Energie im Sinne des EEWärmeG angerechnet werden?

Das EEWärmeG schreibt eine anteilige Nutzung erneuerbarer Energien zur Deckung des Wärmebedarfs - also des Energiebedarfs für Heizung und Warmwasserbereitung - vor. Der Wärmebedarf kann gedeckt werden z.B. mit thermischen Solaranlagen (Kollektor), Wärmepumpen oder Biomasseheizungen. Photovoltaikanlagen hingegen erzeugen Strom und können daher zur Erfüllung der Anforderungen des EEWärmeG nur indirekt (durch den verminderten Primärenergieanteil für Strom) herangezogen werden.

Wo finde man gegebenenfalls Infos oder Unterlagen für aktuelle Anlagenaufwandszahlen?

Nach EEWärmeG § 2 (2) Nr. 4 wird der Wärmeenergiebedarf wie folgt definiert: Der Wärmeenergiebedarf wird nach den technischen Regeln berechnet, die den Anlagen 1 und 2 zur Energieeinsparverordnung zugrunde gelegt werden. In den genannten Anlagen wird für Wohn- und Nichtwohngebäude ausführlich das Verfahren beschrieben bzw. auf die DIN-Normen verwiesen, mit denen der Primärenergiebedarf zu berechnen ist. Teil davon ist auch die Ermittlung der Anlagenaufwandszahlen. Für Wohngebäude gilt DIN V 4701-10, für Nichtwohngebäude DIN V 18599.

Muss bei einem Austausch eines Heizkessels ein bestimmter Anteil des Energiebedarfs über regenerative Energie zur Verfügung gestellt werden?

Das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) regelt, dass bei jedem neuen zu errichtenden Gebäude ein bestimmter Anteil des Wärmebedarfs über erneuerbare Energien gedeckt werden muss. Dies gilt, lediglich für Neubauten.

An den Bestand werden seitens des Bundes keine Anforderungen gestellt. Jedoch ist in Baden-Württemberg seit 1.1. 2010 das Erneuerbare-Wärme-Gesetz Baden-Württemberg in Kraft (EWärmeG).

 

 

Zählt die Wärmeenergie die einer mechanischen Belüftungsanlage zugeführt wird nicht in die Benutzungspflicht nach EEWärmeG?

Wird eine Lüftungsanlage in einem Neubau zu dem Zweck eingebaut, den Raumwärmebedarf ganz oder teilweise zu decken, so zählt die benötigte Energie als Wärmeenergiebedarf im Sinne des EEWärmeG. Der Energiebedarf für Heizung, der dort definiert wird, umfasst nicht nur Heizkessel mit wassergeführten Heizkörpern im klassischen Sinne, sondern auch Beheizungsarten mit Luft als Wärmeträger. Unklar bleibt tatsächlich, ob der Strom, der als Hilfsenergie die Ventilatoren betreibt, ebenfalls zum Wärmeenergiebedarf zählt. Dies gilt auch für die benötigte Hilfsenergie bei Heizkesseln.

Nutzung von Wärme aus Müllverbrennungsanlagen zur Erfüllung des EEWärmeG.

Das EEWärmeG soll auch wichtige Impulse für eine bessere Nutzung von Wärme aus Müllverbrennungsanlagen setzen. Dabei verpflichtet das Wärmegesetz nur Gebäudeeigentümer. Für Betreiber von Müllverbrennungsanlagen sieht das Gesetz keine Verpflichtungen vor. Wie die Wärme aus Müllverbrennungsanlagen im Einzelnen im Rahmen des Wärmegesetzes genutzt werden kann, können Sie dem Anwendungshinweis entnehmen, den das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit erarbeitet und den Ländern für den Vollzug zur Verfügung gestellt hat; Sie können diesen Anwendungshinweis (pdf) herunterladen.

Wie geht man rechnerisch mit dem Nachweis um, wenn bspw. Abwärme nur 30% des Wärmeenergiebedarfs deckt?

Laut EEWärmeG ist es zulässig, verschiedene Maßnahmen zu kombinieren:

Kombination von Erneuerbaren Energien und Ersatzmaßnahmen

§8 (1) Erneuerbare Energien und Ersatzmaßnahmen können zur Erfüllung der Pflicht nach § 3 (1) untereinander und miteinander kombiniert werden.

(2) Die prozentualen Anteile der tatsächlichen Nutzung der einzelnen Erneuerbaren Energien und Ersatzmaßnahmen im Sinne des Absatzes 1 im Verhältnis zu der jeweils nach diesem Gesetz vorgesehenen Nutzung müssen in der Summe 100 ergeben. Demnach wird noch ein weiterer Einsatz von Erneuerbaren Energien oder Ersatzmaßnahmen notwendig sein.

Würde es sich dabei z.B. um Geothermie oder Umweltwärme handeln, so müssen die beiden Maßnahmen zusammen mindestens 50% des Wärmebedarfs des Gebäudes decken. Also 30% aus Abwärme plus mind. 20% durch Geothermie oder Umweltwärme [siehe EEWärmeG § 5 (4) und § 7 1a)]

 

 

Unter welchen Bedingungen ist eine erhöhte Wärmedämmung zur Erfüllung des Wärmegesetzes ausreichend?

Das EEWärmeG fordert Ersatzmaßnahmen für den Fall, dass keine Erneuerbaren Energien eingesetzt werden oder nicht in ausreichender Menge eingesetzt werden. Als Ersatzmaßnahme gilt auch ein höherer Wärmeschutz als durch die EnEV vorgeschrieben.

Nach Anlage VI "Maßnahmen zur Einsparung von Energie" 

Diese Maßnahmen gelten als Ersatzmaßnahmen, wenn jeweils für den Höchstwert des Jahres-Primärenergiebedarfs UND die für das Gebäude zu erfüllenden Anforderungen an die Wärmedämmung der Gebäudehülle die Energieeinsparverordnung in der jeweils geltenden Fassung um mindestens 15 Prozent unterschritten werden.

Als Nachweis dient der Energieausweis nach § 18 der Energieeinsparverordnung.

 

 

Welche Kosten werden durch den Einsatz von erneuerbaren Energien eingespart?

Den Investitionskosten stehen Einsparungen bei den Brennstoffkosten von bis zu 900 Euro/Jahr gegenüber. Während Investitionskosten nur einmalig anfallen, reduziert sich die Brennstoffkostenrechnung, solange die Erneuerbare-Energie-Anlage genutzt wird. Die durchschnittliche Lebensdauer bei modernen Anlagen liegt deutlich über 20 Jahre. Bei der Nutzung von Pellets, Umgebungswärme und Wärmenetzen spart der Gebäudeeigentümer darüber hinaus die Investitionskosten für eine herkömmliche Heizungsanlage.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Wer muss ein Bußgeld zahlen und wie hoch kann ein Bußgeld ausfallen?

Ein Bußgeld muss bezahlen, wer gegen die Pflichten des Wärmegesetzes verstößt. Zu diesen Pflichten zählen die Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien sowie bestimmte Nachweispflichten. Als Adressaten in Betracht kommen hier also nur Eigentümer von Gebäuden. Ferner begeht eine Ordnungswidrigkeit, wer auf Nachweisen unrichtige oder unvollständige Angaben macht. Das können Gebäudeeigentümer, aber auch zur Ausstellung von Nachweisen Berechtigte, wie Anlagenhersteller, Energieberater oder Brennstofflieferanten, sein.

Die Ordnungswidrigkeit kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Die Höhe des Bußgeldes richtet sich im Einzelfall nach der Bedeutung des Unrechts, also nach der Schwere des Verstoßes gegen die jeweilige Pflicht. Insbesondere kann weiter danach differenziert werden, ob der Verstoß vorsätzlich oder grob fahrlässig erfolgte. Handelt ein Gebäudeeigentümer leicht fahrlässig, muss er zwar die Nutzungspflicht "nacherfüllen", ein Bußgeld muss er jedoch nicht befürchten.

Die Hohe des Bußgeldrahmens (50.000 Euro) orientiert sich an gewerblich genutzten Gebäuden mit einem entsprechend hohen Energiebedarf, bei denen der wirtschaftliche Vorteil des Gebäudeeigentümers, der die Nutzungspflicht missachtet, größer ist als bei kleinen Gebäuden. Bei Einfamilienhäusern sind viel geringere Bußgelder vorgesehen.

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Welche Dokumente werden zum Nachweis der Wohnfläche anerkannt?

Der beste Nachweis ist eine Wohnflächenberechnung nach WoflV. Alternativ werden Grundrisspläne anerkannt, möglichst im DIN A 4–Format. Die Grundrisspläne müssen eine detaillierte Aufstellung der Räumlichkeiten und Flächen ausweisen und gut leserlich sein.

Wie ist der Wärmeenergiebedarf definiert?

Der Begriff des Wärmeenergiebedarfs taucht nicht in der Energieeinsparverordnung (EnEV) auf. Das EEWärmeG bezieht sich nicht auf die Bezugsgrößen der Verordnung sondern auf die zugrunde liegenden technischen Regeln: Der Wärmeenergiebedarf wird nach den technischen Regeln berechnet, die den Anlagen 1 und 2 zur Energieeinsparverordnung zugrunde gelegt werden. Bei diesen technischen Regeln handelt es sich um DIN V 4710-10 und DIN V 4108-6 bzw. alternativ DIN V 18599. In DIN V 4701-10 wird der Begriff der Wärmeenergie hinreichend ausführlich definiert. Dass die Nachweisgrößen der EnEV zwangsläufig andere sind als im EEWärmeG hängt damit zusammen, dass die EnEV einen maximalen Gesamtprimärenergiebedarf fordert (bei gleichzeitiger Mindestqualität der Gebäudehülle, daher H'T), unabhängig vom Energieträger. Das EEWärmeG verlangt aber einen Mindestanteil erneuerbarer Energien, daher muss nachgewiesen werden, mit welchem Energieträger die benötigte Wärmeenergie zu wieviel Prozent gedeckt wird.

Laut EEWärmeG besteht die Möglichkeit einer quartiersbezogenen Lösung. Ist es vorstellbar, dass ein Gebäude gar keinen Anteil dazu beisteuert?

In der Begründung zum Wärmegesetz (EEWärmeG) steht hierzu:

Die Nutzungspflicht kann dadurch erfüllt werden, dass der Verpflichtete oder die Verpflichteten insgesamt über Gemeinschafts- oder quartiersbezogene Lösungen ihren Wärmebedarf in dem vom Gesetz vorgegebenen Umfang decken, auch wenn isoliert betrachtet nicht jedes in die Lösung einbezogene Gebäude die Anforderungen erfüllt. Entscheidend ist also, dass der oder die Eigentümer zusammen so viel Wärme aus Erneuerbaren Energien nutzen, wie sie das ohne die Möglichkeit der quartiersbezogenen Lösung in der Summe der einzelnen Verpflichtungen hätten tun müssen. In solchen Fällen ist auch eine Kombination mehrerer Erneuerbarer Energien und KWK-Anlagen nach den Regeln des § 8 zulässig. In diesem Sinne ist es also auch zulässig, dass einzelne Gebäude keinen Anteil beisteuern.

Ist mit einer kontrollierten Wohnungslüftungsanlage das EEWärmeG erfüllt?

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) kann entweder durch die Nutzung erneuerbarer Energien nach §3 oder durch Ersatzmaßnahmen nach §7 oder durch die Kombination verschiedener Maßnahmen erfüllt werden.

Eine Ersatzmaßnahme ist die Nutzung von Abwärme. Diese Abwärme kann auch aus der Wärmerückgewinnung einer Wohnungslüftungsanlage stammen.

Um das EEWärmeG allein durch die Nutzung von Abwärme zu erfüllen, müssen nach §7, Punkt 1.a) in Kombination mit Anlage Nummer IV folgende Voraussetzungen gegeben sein:

- Es müssen mindestens 50% des Wärmebedarfs des Gebäudes aus Abwärme gedeckt werden.

- der Wärmerückgewinnungsgrad der Anlage muss mindestens 70% betragen

- die Leistungszahl, die aus dem Verhältnis von der aus der Wärmerückgewinnung stammenden und genutzten Wärme zum Stromeinsatz für den Betrieb der raumlufttechnischen Anlage ermittelt wird, muss mindestens 10 betragen.

Sofern Abwärme durch Wärmepumpen genutzt wird, müssen die Anforderungen der Anlagen III.1 und III.2 an Wärmepumpen erfüllt werden.