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Energieverbrauchsausweis


Was ist ein Verbrauchsausweis?

Der Verbrauchsausweis gibt den Energieverbrauch der Gebäudenutzer in den vergangenen drei oder mehr Jahren für Heizung und Warmwasserbereitung an, bei Nichtwohngebäuden wird darüber hinaus ein Stromverbrauchskennwert gebildet. Um den Energieverbrauchskennwert zu ermitteln, wird der tatsächliche Energieverbrauch mithilfe eines standortbezogenen Klimafaktors bereinigt. So führt beispielsweise ein hoher Verbrauch in einem einzelnen harten Winter nicht zu einer schlechteren Beurteilung des Gebäudes. Der tatsächliche Energieverbrauch in einem Gebäude oder einer Wohnung kann aufgrund des Witterungseinflusses vom Energieverbrauchskennwert abweichen.

Das Ergebnis im Verbrauchsausweis ist stark vom individuellen Nutzungsverhalten der Nutzer abhängig. Wird in einem energetisch schlechten Gebäude kaum geheizt, so kann der Energieausweis trotzdem sehr gut ausfallen.

Kann man immer zwischen der Ausstellung eines Verbrauchs- oder Bedarfsausweises wählen?

Nach §17 Absatz 1 der EnEV 2014 besteht immer Wahlfreiheit bei der Ausstellung eines Bedarfs- oder Verbrauchsausweises, mit einer Ausnahme:

Für bestehende Wohngebäude, die

- weniger als 5 Wohnungen haben und
- für die der Bauantrag vor dem 1.11.1977 gestellt wurde und
- die nicht das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung 1977 (WSchV 77) einhalten, müssen Bedarfsausweise ausgestellt werden.

In der aktuellen Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand sind Regelungen zur Beurteilung aufgeführt.

LINK: www.dena-expertenservice.de/fachinfos/enev-normen-gesetze/enev-2014/

Wenn für ein Bestandsgebäude keine oder nicht in ausreichendem Verbrauchsdaten vorliegen, die nach den Vorgaben der EnEV §19 genügen, ist ebenfalls ein Bedarfsausweise auszustellen.

Kann ein Verbrauchsausweis für Wohngebäude erstellt werden, wenn nicht von allen Wohneinheiten Daten vorliegen?

Für Gebäude ab 5 Wohneinheiten besteht Wahlfreiheit zwischen einem Bedarfs- oder Verbrauchsausweis.

(Hinweis: Nur bei Wohngebäuden mit bis zu 4 Wohneinheiten, bei denen der Bauantrag vor dem 01.11.1977 gestellt wurde und die nicht auf das Niveau der Wärmeschutzverordnung 1977 modernisiert wurden, ist ein Bedarfsausweis vorgeschrieben.)
 
Bei Erstellung eines Verbrauchsausweises benötigt der beauftragte Energieausweis-Aussteller die Verbrauchsdaten aus den Abrechnungen der letzten 36 Monate, einschließlich der die jüngste Abrechnungsperiode.

Grundsätzlich stehen hier die Interessen des Mieters und des Vermieters einander gegenüber:

  • Laut einer Stellungnahme einer Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit gelten individuelle Verbrauchswerte als personenbezogene Daten und fallen somit unter das Datenschutzgesetz.

  • Es besteht ein berechtigtes Interesse des Vermieters, die Verbrauchsdaten vom Mieter oder vom Versorgungsunternehmen zu erhalten, um so den kostengünstigeren Energieausweis auf der Grundlage des erfassten Energieverbrauchs ausstellen zu können.

  • Sind nicht alle Mieter/ Eigentümer eines Gebäudes bereit, ihre Verbrauchsdaten zur Verfügung zu stellen, kann kein Verbrauchsausweis ausgestellt werden.

  • Aus Datenschutzgründen ist nicht sichergestellt, dass Verbrauchsdaten vom Energieversorgungsunternehmen zur Verfügung gestellt werden können.

  • Auch wenn für Nachtspeicherheizungen keine separaten Stromzähler vorhanden sind, ist kein Verbrauchsausweis möglich.

Um hier zu einer praktikablen Lösung zu kommen, schlägt die Datenschutzbeauftragte folgendes vor: Soll für Gebäude mit weniger als drei Wohneinheiten ein Verbrauchsausweis erstellt werden, so wird das Einverständnis der Mieter benötigt. Bei größeren Gebäuden (ab drei WE) können die Daten, wenn das Einverständnis nicht vorliegt, anonymisiert und zusammengefasst werden und dann weitergegeben werden. Ausführlich beschrieben wird die Problematik auf der Website des Landesamtes für Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen.

(Anmerkung: Die Stellungnahme wurde zwar durch die Datenschutzbeauftragte von NRW veröffentlicht, das Verfahren ist aber mit dem BundesDSchBeauftragten abgestimmt und gilt bundesweit einheitlich.)

Zu einem anderen Urteil kam das Amtsgericht Ettlingen. Demnach sieht das Gericht eine Nebenpflicht der Mieter aus dem Mietvertrag, dem Vermieter die angeforderten Verbrauchsdaten für die Heizungskosten zu überlassen. In einer Vielzahl von Mietverhältnissen ermittelt der Vermieter die jeweiligen Heizkosten der Mieter selbst und berechnet diese in seiner Nebenkostenabrechnung. In einem solchen Fall stünden dem Vermieter die Daten zur Erstellung eines Energiepasses ja auch zur Verfügung.

Ein kostenpflichtiger Download der Urteilsbegründung ist möglich.

Wie überprüft man, ob ein Gebäude dem Wärmeschutzstandard von 1977 entspricht?

Wie überprüft man, ob ein Gebäude dem Wärmeschutzstandard von 1977 entspricht, um herauszufinden, ob noch ein Verbrauchsausweis ausgestellt werden kann?

Nach EnEV § 17 (1) besteht grundsätzlich Wahlfreiheit zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis, mit der Ausnahme von "kleinen, alten, unsanierten Gebäuden". Konkret heißt das: Wurde das Gebäude nicht durch Modernisierungsmaßnahmen nachträglich auf das Niveau der WSchV 1977 gebracht, so muss ein Bedarfsausweis ausgestellt werden. Zur einfachen Überprüfung, ob das Gebäude dem Niveau der WSchV 1977 entspricht finden Sie in den Bekanntmachungen der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand, Abschnitt 6, eine Anleitung.

Wesentlich ist also nicht das Baujahr, sondern wann der Bauantrag gestellt wurde, was gerade bei Gebäuden, die 1978 oder wenig danach gebaut wurden, einer Überprüfung bedarf.

Ist ein Verbrauchsausweis nach Sanierung zulässig?

Darf bei einem energetisch sanierten Gebäude ein Energieausweis auf Grundlage der Verbrauchsdaten ausgestellt werden, die vor der Sanierung erfasst wurden?

Grundsätzlich ist nach § 16 Abs. 1 EnEV ein Energieausweis auszustellen, wenn...

  • ... im Zuge einer Sanierung Änderungen an der Gebäudehülle vorgenommen werden oder
  • ... die Nutzfläche des Gebäudes um mehr als die Hälfte erweitert wird
  • und im Zuge dieser Maßnahmen ingenieurmäßige Berechnungen gemäß EnEV durchgeführt werden. 

Laut EnEV §17 (2) ist in den Fällen von § 16 (1) grundsätzlich ein Bedarfsausweis auszustellen. Wurden allerdings keine Berechnungen im Zuge einer Sanierung durchgeführt, besteht im Prinzip Wahlfreiheit. Die Ausstellung eines Verbrauchsausweises ist hier jedoch nicht sinnvoll, da eine schlechtere Aussage über die energetische Qualität des Gebäudes als vorhanden getroffen wird. Das kann auch nicht im Interesse des Gebäudeeigentümers sein. Eine Kommune z.B. würde im Rahmen der Aushangpflicht sicher keinen Energieausweis öffentlich aushängen, der das Gebäude schlechter darstellt als es ist. Ebenso würde kein Vermieter bei Sanierung und Neuvermietung potenziellen Neumietern die Heizkosten vor der Sanierung als tatsächlich zu erwartende Kosten mitteilen.

Witterungsbereinigung trotz unregelmäßiger Ölbetankung

Wie kann trotz unregelmäßiger Ölbetankung die Witterungsbereinigung durchgeführt werden?

Bei Abrechnungszeiträumen, die deutlich von einem Jahr abweichen, können die Klimafaktoren des DWD, die jeweils 12 Monate umfassen, nicht verwendet werden. Es ist dann notwendig, die einzelnen Tageswerte oder mindestens die einzelnen Monatswerte der Gradtagszahlen beim DWD anzufordern. Von einigen Softwareherstellern wissen wir, dass sie die tagesgenauen Gradtagszahlen in ihrer Software integriert haben.

Dieses Vorgehen entspricht auch der Empfehlung des Instituts für wirtschaftliche Oelheizung e.V..

Ermittlung Endenergieverbrauch Wärme über Gesamt-Stromzähler

Wie wird der Anteil der Energie für Heizung/Wärme bei zentralem Stromzähler für das gesamte Gebäude ermittelt, wenn der Heizenergiebedarf (Wärme) über Strom gedeckt wird?

Wird ein Gebäude mithilfe einer strombetriebenen Heizung versorgt und gibt es nicht zwei getrennte Zähler für den Heizenergieanteil (Wärme) und den übrigen Stromverbrauch, ist eine Witterungsbereinigung nicht durchführbar.

Für die Ausstellung eines Verbrauchsausweises ist laut EnEV § 19 (1) jedoch die Berechnung des witterungsbereinigten Endenergie- und Primärenergieverbrauchs eine zwingende Voraussetzung. Nur wenn diese Berechnung durchgeführt werden kann, ist die Erstellung eines Verbrauchsausweises möglich.

Verbräuche von elektrischen Ergänzungsheizungen (z.B. in raumlufttechnischen Anlagen) werden dem Stromverbrauchswert zugerechnet, auf eine Witterungsbereinigung kann in diesen Fällen verzichtet werden.

Sind Ferienwohnungen von der EnEV befreit?

Laut EnEV § 1 (2) Nr. 8 gilt die EnEV nicht für Wohngebäude, die für eine Nutzungsdauer von weniger als vier Monaten jährlich bestimmt sind oder wenn der zu erwartende Energieverbrauch weniger als 25 Prozent des zu erwartenden Energieverbrauchs bei ganzjähriger Nutzung beträgt.

Aus der Begründung zur EnEV  [EnEV 2007] geht hervor, dass damit bestimmte Ferien- und Wochenendhäuser sowie Ferienwohnungen gemeint sind.  Ebenfalls geht hervor, dass durch die Ausnahmeregelung nicht generell alle Ferienhäuser betroffen sind - bei einer jährlichen Nutzungsdauer von 4 Monaten oder länger müssen die Anforderungen der EnEV eingehalten werden, incl. der Pflicht zur Ausstellung eines Energieausweises.

Müssen Modernisierungsempfehlungen auch beim Verbrauchsausweis ausgestellt werden?

Nach EnEV 2014:

"§20 Empfehlungen für die Verbesserung der Energieeffizienz

Der Aussteller des Energieausweises hat dem Eigentümer im Energieausweis Empfehlungen für Maßnahmen zur kosteneffizienten Verbesserung der energetischen Eigenschaften des Gebäudes (Energieeffizienz) in Form von kurz gefassten fachlichen Hinweisen zu geben (Modernisierungs-empfehlungen), es sei denn, solche Maßnahmen sind nicht möglich."

Dabei ist es unerheblich, ob es sich um einen Bedarfs- oder Verbrauchsausweis handelt.

"Kostengünstige Verbesserungsvorschläge" sind im Sinne des Energieeinsparungsgesetzes  (EnEG) gemeint und sollen den Gedanken der Rentabilität hervorheben. Die Maßnahmen sollen wirtschaftlich vertretbar sein und nicht theoretisch mögliche Wege zur Perfektionierung aufzeigen. Laut Begründung zur EnEV 2007 wird davon ausgegangen, dass Empfehlungen nicht möglich sind, wenn es sich um einen Neubau oder ein nach EnEV saniertes Gebäude handelt. Die Formulierung "nicht möglich" bezieht sich jedenfalls nicht auf fehlende Informationen über das Gebäude. Diese muss sich der Aussteller des Energieausweises besorgen, um fachlich fundierte und sinnvolle Empfehlungen geben zu können. Auch beim verbrauchsbasierten Energieausweis ist deshalb eine Erhebung von Gebäudedaten, von bereits durchgeführten Sanierungen und groben Angaben über den Zustand der Gebäudehülle und der Anlage eine wichtige Voraussetzung zur Erstellung eines EnEV-konformen Energieausweises.

Energieausweise für Nichtwohngebäude mit gemeinsamer Verbrauchserfassung

Kann für mehrere Nichtwohngebäude ein Energieverbrauchsausweis erstellt werden, wenn sie über eine gemeinsame Verbrauchserfassung verfügen?

Falls man von mehreren Gebäuden ausgehen muss, kann eine Sonderregelung aus der "Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchskennwerte und der Vergleichswerte im Nichtwohngebäudebestand" vom 7. April 2015 genutzt werden. 

Dort heißt es unter Punkt 2.1.1 - Energieverbrauchsermittlung bei Liegenschaften mit gemeinsamer Erfassung: "Der Energieverbrauch soll im Grundsatz für jedes einzelne Gebäude ermittelt werden. Besteht bei zusammenhängenden Liegenschaften aus mehreren Gebäuden wegen nicht vorhandener dezentraler Messeinrichtungen keine Möglichkeit, Energieverbrauchswerte für die einzelnen Gebäude zu ermitteln, darf ein Energieausweis auf der Grundlage des Energieverbrauchs abweichend vom vorstehenden Grundsatz
auch für mehrere Gebäude gemeinsam ausgestellt werden. Dies ist auf Seite 1 durch den Zusatz „Liegenschaft“ in der Zeile „Adresse“ deutlich zu machen."

Dies gilt jedoch ausdrücklich nur für Nichtwohngebäude: Die Übertragbarkeit auf Wohngebäude ist in der EnEV nicht geregelt. Somit sind in diesem Fall Bedarfsausweise auszustellen.

Darf man den Energieverbrauch auf ein Jahr hochrechnen?

Darf man den Energieverbrauch auf ein Jahr hochrechnen, wenn die vorliegenden Daten nicht ein ganzes Abrechnungs- oder Kalenderjahr umfassen?

Für die Ermittlung des Energieverbrauchs müssen mindestens die Abrechnungen aus einem zusammenhängenden Zeitraum von 36 Monaten zugrunde gelegt werden, der die jüngste Abrechnungsperiode einschließt. 

"...Werden die Verbrauchsdaten des 36-Monatszeitraums aus einzelnen Jahreszeiträumen zusammengesetzt, so können die nachfolgenden Berechnungsregeln sinngemäß entsprechend für einen Zeit-raum von 3 mal 12 Monaten angewendet werden. Die Energieverbrauchswerte ergeben sich hierbei als Durchschnittswerte aus drei berechneten Jahresverbrauchswerten.

Ein Zeitraum von 36 Monaten entspricht 1095 Tagen. Wenn in Einzelfällen die Abrechnungen in der Summe wegen Fehlens einzelner Tage den Zeitraum von 36 Monaten nicht vollständig abdecken, ist die Rundung von Zeiträumen zulässig, solange die Abweichung weniger als 2 % (das entspricht 21 Tagen) beträgt. In diesem Falle sind auch die erfassten Verbräuche proportional zu korrigieren (d. h.: wird der tatsächliche Erfassungszeitraum z. B. um 1 % auf 36 Monate aufgerundet, so sind auch die erfassten Verbräuche um 1 % zu erhöhen). Bei der Berechnung mit 3 mal 12 Monaten ist entsprechend vorzugehen. ..."

Quelle: "Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchswerte im Wohngebäudebestand", 2. Ermittlung der Energieverbrauchswerte. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berechnung Gebäudenutzfläche - Wohnfläche

Werden bei der Umrechnung von der Wohnfläche auf die Gebäudenutzfläche Balkone und Terrassen abgezogen?

Die EnEV bietet als Vereinfachung die Möglichkeit an, von der Wohnfläche über einen pauschalen Faktor auf die Gebäudenutzfläche AN zu schließen, die im Energieausweis als Bezugsfläche zugrunde gelegt wird. Laut § 19 (2) kann die Gebäudenutzfläche bei Wohngebäuden mit bis zu zwei Wohneinheiten mit beheiztem Keller pauschal mit dem 1,35-fachen Wert der Wohnfläche, bei sonstigen Wohngebäuden mit dem 1,2-fachen Wert der Wohnfläche angesetzt werden.

In der Wohnfläche befinden sich laut II. BV und WFlVO auch zum Teil Terrassen- und Balkonflächen außerhalb der wärmeübertragenden Hüllfläche. Ein Abzug dieser Flächen ist laut EnEV nicht vorgesehen. Doch gerade wenn die außen liegenden Flächen sehr groß sind, ist es ratsam, eine genauere Berechnung von AN durchzuführen, da das Ergebnis im Energieausweis ansonsten verzerrt wird.

Andererseits sind in der Wohnfläche Flächen von beheizten Kellerräumen oder Verkehrsflächen nicht enthalten. Diese werden über den Umrechnungsfaktor berücksichtigt und müssen nicht gesondert addiert werden.

Fehlende Verbrauchsdaten

Kann ein Verbrauchsausweis erstellt werden, wenn nicht von allen Nutzern Daten vorliegen? Unterliegen die Verbrauchsdaten dem Datenschutz?

Bei Erstellung eines Verbrauchsausweises benötigt der beauftragte Energieausweis-Aussteller nach § 19 (3) der EnEV die Verbrauchsdaten aus einem zusammenhängenden Zeitraum von 36 Monaten, der die jüngste vorliegende Abrechnungsperiode einschließt. 

Grundsätzlich gilt Folgendes:

  • Laut einer Stellungnahme einer Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit gelten individuelle Verbrauchswerte als personenbezogene Daten der Mietparteien und fallen somit unter das Datenschutzgesetz.
  • Es besteht ein berechtigtes Interesse des Vermieters, die Verbrauchsdaten vom Mieter oder vom Versorgungsunternehmen zu erhalten, um so den kostengünstigeren Energieausweis auf Grundlage des erfassten Energieverbrauchs ausstellen zu können.

Allerdings werden ausschließlich personenbezogene Daten durch das Bundesdatenschutzgesetz geschützt. Das BDSG definiert in § 3 (1), dass "Personenbezogene Daten Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person (betroffene Person) sind." Somit werden die Daten von juristischen Personen nicht vom BDSG erfasst.

Im Einzelfall kommt es bei einem Nichtwohngebäude also darauf an, ob der Energieverbrauch durch natürliche oder juristische Personen verursacht wird. Beispielsweise sind die Energieverbräuche von Büroräumen, die durch eine GmbH oder AG o.ä. genutzt werden, keine personenbezogenen Daten. Es wird also kein Einverständnis der Firma bei der Weitergabe der Daten benötigt. Anders ist es beispielsweise bei einem Laden, der durch eine einzige Selbständige (mit oder ohne Angestellte) betrieben wird, hier handelt es sich um personenbezogene Daten.

Um bei personenbezogenen Daten zu einer praktikablen Lösung zu kommen, schlägt die Datenschutzbeauftragte folgendes Verfahren vor: Soll für Gebäude mit weniger als drei Wohneinheiten ein Verbrauchsausweis erstellt werden, so das Einverständnis der Mieter benötigt. Bei größeren Gebäuden (ab drei Nutzungseinheiten) können die Daten, wenn das Einverständnis nicht vorliegt, anonymisiert und zusammengefasst werden und dann weitergegeben werden. Ausführlich beschrieben wird die Problematik auf der Website des Landesamtes für Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen.

(Anmerkung: Die Stellungnahme wurde zwar durch die Datenschutzbeauftragte von NRW veröffentlicht, das Verfahren ist aber mit dem BundesDSchBeauftragten abgestimmt und gilt bundesweit einheitlich.)

Zu einem solchen Urteil kam das Amtsgericht Ettlingen bezüglich der Verbrauchsdaten in einem Wohngebäude. Demnach sieht das Gericht eine Nebenpflicht der Mieter aus dem Mietvertrag, dem Vermieter die angeforderten Verbrauchsdaten für die Heizungskosten zu überlassen. In einer Vielzahl von Mietverhältnissen ermittelt der Vermieter die jeweiligen Heizkosten der Mieter selbst und berechnet diese in seiner Nebenkostenabrechnung. In einem solchen Fall stünden dem Vermieter die Daten zur Erstellung eines Energieausweises ja auch zur Verfügung.

Ein kostenpflichtiger Download der Urteilsbegründung ist möglich.

Ist das Portieren von Verbrauchsdaten zulässig?

Können Energieverbrauchsdaten bspw. der Jahre 2010 bis 2012 auf die Jahre 2013 bis 2015 portiert und dann ein Energieausweis erstellt werden?

Energieverbrauchswerte können nicht "portiert" werden. In § 19 (3) EnEV ist beschrieben, dass die Verbrauchsdaten aus einem zusammenhängenden Zeitraum von 36 Monaten, der die jüngste vorliegende Abrechnungsperiode einschließt anzusetzen sind. Das heißt, wird der Ausweis in 2016 erstellt, so sind die Verbrauchsdaten der Jahre 2013 bis 2015 anzusetzen bzw. kann sich der Zeitraum entsprechend der Ablesezeiträume lediglich um einige Monate verschieben.

Wenn ein Verbrauchsausweis mangels Daten nicht ausgestellt werden kann, so ist ein Bedarfsausweis auszustellen.

Kann die Nettogrundfläche vereinfacht ermittelt werden?

Bei der Erstellung von Energieverbrauchsweisen für Nichtwohngebäude kann die thermisch konditionierte Nettogrundfläche (NGF) auch vereinfacht ermittelt werden.

Hierzu werden in der "Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchswerte und der Vergleichswerte im Nichtwohngebäudebestand" vom 7.4.2015 Flächenumrechnungsfaktoren ffläche angegeben – jedoch nur für bestimmte Gebäudekategorien 

 So kann für Flächenangaben in: 

  • Bruttogrundfläche (BGF),
  • Hauptnutzfläche (HNF) und 
  • Nutzfläche (NF) 

die Nettogrundfläche (NGF)  mit Flächenumrechnungsfaktoren vereinfacht ermittelt werden.

Die  Umrechnungsfaktoren für öffentliche Gebäude berücksichtigen jedoch nicht die Frage der Konditionierung der Flächen. Insofern müssen vor der Umrechnung die Flächen von unbeheizten und ungekühlten Lagern, Tiefgaragen etc. herausgerechnet werden.

Längerer Leerstand

In einem Gebäude stehen mehrere Mieteinheiten leer. Wie wird dieser Leerstand beim Energieausweis berücksichtigt?

Laut EnEV § 19 (3) ist der Leerstand rechnerisch angemessen zu berücksichtigen. In der Neuauflage vom 7. April 2015 der "Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchswerte im Wohngebäudebestand" ist ein Berechnungsverfahren für die Berücksichtigung von längerem Leerstand in Abschnitt 6 enthalten.

Dabei wird ein Leerstandsfaktor gebildet, der vom zeitlichen und räumlichen Leerstand abhängt und einen Zeitraum von mindestens 36 Monaten abdeckt. Um längeren Leerstand handelt es sich, wenn z.B. 170 m² von 1000 m² Nutzfläche für ein Jahr leer gestanden haben, oder 50 m² über die gesamten drei Jahre. Und weiter: In den o.g. Bekanntmachungen soll das beschriebene Verfahren nur angewendet werden, wenn der Leerstandsfaktor höchstens 0,3 beträgt, wenn also maximal 900 m² von 1000 m² Nutzfläche für ein Jahr leer gestanden haben , oder 300 m² von 1000 m² über die gesamten drei Jahre

Bei einem höheren Leerstandsfaktor kann davon ausgegangen werden, dass die in dem entsprechenden Zeitraum gemessenen Verbrauchsdaten keine "geeigneten Verbrauchsdaten" im Sinne des § 19 (3) der EnEV darstellen. Es kann dann nur ein Bedarfsausweis ausgestellt werden.

Stromverbrauch erfassen

In der Stromrechnung für ein Produktionsgebäude ist nur der Gesamtstromverbrauch erfasst, jedoch fehlen separate Daten für z.B. den Stromverbrauch zum Antrieb der Produktionsmaschinen. Muss dieser Verbrauch bei Ausweiserstellung herausgerechnet werden?

Das Formular des Energieausweises für Nichtwohngebäude enthält auf Seite 3 im Feld "Endenergieverbrauch Strom" die Möglichkeit anzukreuzen, welche Stromverbraucher im Kennwert enthalten sind – und welche nicht:

  • Zusatzheizung,
  • Warmwasser,
  • Lüftung,
  • eingebaute Beleuchtung,
  • Kühlung,
  • Sonstiges.

Im Feld "Sonstiges" kann eine freie Angabe erfolgen. Die Begründung der EnEV zu § 19 (2) weist ausdrücklich auf diese Möglichkeit hin. Hintergrund ist vermutlich eine in den meisten Fällen fehlende gesonderte Strommessung für die verschiedenen Verbrauchsarten der EnEV. Somit muss der Stromverbrauch zum Antrieb der Produktionsmaschinen nicht herausgerechnet werden.

Gleichzeitig muss der Aussteller von Energieausweisen auf die Plausibilität der Daten achten. Es kommt also darauf an, wie das Gebäude genutzt wird und welcher Anteil des Gesamtstromverbrauchs auf die Nutzungsarten entfällt, die unter den Anwendungsbereich der EnEV fallen und auf jene Nutzungsarten, die nicht von der Verordnung erfasst werden - z.B. für Produktionsprozesse. Ist der Anteil zu hoch, so wird die Aussage des Verbrauchsausweises sehr in Frage gestellt.

Berücksichtigung eines Kaminofens in einem Energieverbrauchsausweis

Müsste bei der Erstellung eines Energieverbrauchsausweises für ein Einfamilienhaus (Bj. 1996) mit Beheizung über Elektro-Nachtspeicher und Kaminofen, der Kaminofen als zweites Heizungssystem mit berücksichtigt werden, da der Anteil der Beheizung mittels Kaminofen sehr hoch ist?

Ihre Frage bezieht sich auf §19, Absatz 3 der EnEV 2014:
"Zur Ermittlung des Energieverbrauchs sind
1. Verbrauchsdaten aus Abrechnungen von Heizkosten nach der Heizkostenverordnung für das gesamte Gebäude,
2. andere geeignete Verbrauchsdaten, insbesondere Abrechnungen von Energielieferanten oder sachgerecht durchgeführte Verbrauchsmessungen, oder
3. eine Kombination von Verbrauchsdaten nach den Nummern 1 und 2 zu verwenden;"


Eine solche Formulierung ist auch in der "Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchskennwerte im Wohngebäudebestand" zu finden. Der Verbrauch von Scheitholz in einem Kaminofen, welcher über Abrechnungen eines Lieferanten nachgewiesen werden kann, kann somit problemlos genauso wie die Verbräuche von Erdgas oder Heizöl im Verbrauchsausweis berücksichtigt werden.
Falls die Verbrauchsmenge für Scheitholz nicht als Abrechnung eines Lieferanten, sondern lediglich als Angabe des Eigentümer oder Nutzers vorliegt, stellt sich die Situation etwas anders dar. In diesem Fall könnte man die vom Eigentümer übermittelten Werte als "andere geeignete Verbrauchsdaten" im o.g. Sinne verstehen und somit ebenfalls verwenden.
Weiterhin spielt die Regelung des §17, Absatz 5 der EnEV 2014 eine Rolle, nach der der Eigentümer die zur Ausstellung des Energieausweises erforderlichen Daten bereitstellen darf.
Dort heißt es:
"Der Eigentümer muss dafür Sorge tragen, dass die von ihm nach Satz 1 bereitgestellten Daten richtig sind. Der Aussteller darf die vom Eigentümer bereitgestellten Daten seinen Berechnungen nicht zugrunde legen, soweit begründeter Anlass zu Zweifeln an deren Richtigkeit besteht."
Erfolgen die Angaben zum Verbrauch an Scheitholz ausschließlich durch den Eigentümer, kann auf dieser Basis durchaus ein Verbrauchsausweis ausgestellt werden, solange keinen begründeter Zweifel an der Richtigkeit der Angaben besteht.

Können für Nichtwohngebäude auch Verbrauchsausweise ausgestellt werden?

Für Nichtwohngebäude muss seit dem 01.07.2009 ein Energieausweis vorliegen, wenn das Gebäude oder Teile davon vermietet oder verkauft werden sollen oder der Ausweis ausgehängt werden muss. Vorher war der Ausweis für Nichtwohngebäude freiwillig. Laut EnEV § 17 (1) besteht Wahlfreiheit zwischen Ausweisen auf Grundlage des Bedarfs oder des Verbrauchs. Dies gilt weiterhin auch mit Inkrafttreten der EnEV 2014. Dennoch wird es in einigen Fällen nicht möglich sein, einen Verbrauchsausweis auszustellen, weil z.B. nicht alle Verbrauchsdaten oder nur in einer ungeeigneten Weise vorliegen.

Berücksichtigung von im Gebäude erzeugten Strom

Wird im Gebäude erzeugter Strom im Energieverbrauchsausweis berücksichtigt?

Wird ein Gebäude durch eine in diesem Gebäude befindliche Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung mit Wärme und Strom versorgt, dann dürfen laut der Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchswerte und der Vergleichswerte im Nichtwohngebäudebestand vom 7. April 2015, Abschnitt 2.2.2  bei der Ausstellung eines Energieausweises auf der Grundlage des Energieverbrauchs die Wärme- und Stromlieferungen so gewertet werden, als kämen sie von außerhalb des Gebäudes.

Also tauchen lediglich die Wärme und der Strom, der durch das BHKW erzeugt werden, als Heizenergie- und Stromverbrauch im Energieausweis auf. Dabei ist es unerheblich, wofür die (Ab)Wärme und der Strom verwendet werden. Im Feld für den Stromverbrauchskennwert auf Seite 3 werden Kreuzchen bei den Verbrauchern gemacht, die in dem Stromverbauch enthalten sind (Heizung, Warmwasser, Lüftung, eingebaute Beleuchtung, Kühlung, Sonstiges).

Die Effizienz der KWK-Anlage sollte sich durch einen relativ geringen Gesamtenergieverbrauch bemerkbar machen. Über Photovoltaikanlagen erzeugter Strom wird beim Verbrauchsausweis nicht bilanziert.

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