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Energieausweis-Formular


Ist die Angabe der CO2-Emissionen im Formular freiwillig? Auf welcher Berechnungsgrundlage werden die CO2-Emissionen auf Seite 2 des Energieausweises und in den Modernisierungsempfehlungen berechnet?

Im Muster des Energieausweises ist im Fall des Bedarfsausweises auf Seite 2 die freiwillige Angabe der CO2-Emissionen vorgesehen. Die Angabe ist bei allen Gebäudearten grundsätzlich freiwillig, es sei denn, eine Kommune oder Region schreibt etwas anderes vor. Es ist u.a. denkbar, dass eine Kommune im Rahmen eines regionalen Förderprogramms die Angabe der CO2-Emisionen einfordert. Ein Eigentümer kann zudem auf eigenen Wunsch mit dem Energieausweis-Aussteller vereinbaren, dass die CO2-Emissionen im Formular aufgeführt werden. 

Die Berechnung erfolgt aus dem Energieträger in g/kWh und anhand des Endenergieverbrauchs für Heizung und Warmwasser bei Wohngebäuden, bei Nichtwohngebäuden für Heizung, Warmwasser, Beleuchtung, Lüftung und Kühlung. Für die Berechnung gibt es keine zwingend zu verwendende Datenquelle. Jedoch liefern z.B. das Umweltbundesamt oder das Programm GEMIS Werte für die CO2-Emissionen.

Wie werden im Energieausweis-Formular die Baujahre mehrerer Heizungsanlagen angegeben? Welches Baujahr ist bei einem Fernwärmeanschluss relevant?

In vielen Gebäuden ist Anlagentechnik installiert, für die mehr als ein Baujahr in Frage kommt, verschieden alte Gasetagenheizungen, Gebäude mit einem Teil Zentralheizung und einem Teil Nachtspeicheröfen oder nachträglich eingebaute Lüftungsanlagen sind nur einige Beispiele. Im geänderten Ausweisformular wird mit der EnEV 2009 ermöglicht, mehrere Angaben im Feld "Baujahr Anlagentechnik" zu machen. Auch die dena-Druckapplikation wurde dahingehend geändert.

Im Fall von Fernwärme ist der Einbau der Übergabestation relevant und weniger das Baujahr des Kraftwerks. Es sollte eine Angabe sein, die im Zusammenhang mit dem Gebäude steht. Wenn das Alter vor Ort nicht festgestellt werden kann, hilft möglicherweise ein Anruf beim Fernwärmeversorger.

Können in bestimmten Fällen einige Seiten des Energieausweises weggelassen werden?

Aus dem Verordnungstext zur EnEV § 17 Abs. 4 geht nicht ganz eindeutig hervor, ob in bestimmten Fällen auf Teile des Ausweisformulars verzichtet werden kann.

Jedoch erläutert der Gesetzgeber in der Begründung zur EnEV 2007 eindeutig, dass die äußerliche und inhaltliche Einheitlichkeit der Energieausweise - ein vierseitiges Dokument - wichtig ist. In der Begründung heißt es zu § 17 Abs. 4:

[...]  Jedes Ausweismuster enthält je ein Blatt für Bedarfs- und für Verbrauchsangaben (vgl. jeweils Blatt 2 [Bedarf] und Blatt 3 [Verbrauch] in Anlage 6 und 7). Dieser Aufbau erlaubt es, dass in einem Ausweis, der auf einer Bedarfsermittlung basiert, auf freiwilliger Grundlage der Verbrauchswert angegeben werden kann. Geschieht dies nicht, wird das entsprechende Blatt nicht ausgefüllt.

Der letzte Satz ist ein Hinweis darauf, dass auch die Blätter, die nicht ausgefüllt werden, trotzdem Bestandteil eines gesetzeskonformen Energieausweises sind. Sie sind damit unverzichtbarer Bestandteil des Energieausweises.

Wo wird der Einsatz Erneuerbarer Energien wie z.B. eine auf dem Dach installierte Solaranlage im Formular kenntlich gemacht? Wo erscheint die Solaranlage, wenn es sich nicht um einen Neubau handelt?

Immer mehr Eigentümer wünschen sich eine Kennzeichnung ihrer im Gebäude eingesetzten Erneuerbaren Energien im Energieausweis. Grundsätzlich werden regenerative Energieträger wie z.B. Biomasse, die "zählbar" sind, im Formular unter den Energieträgern aufgeführt (ebenso wie z.B. fossile Energieträger). Hier wird die Solaranlage jedoch nicht aufgeführt. 

Mit Inkrafttreten der  EnEV 2009 am 01.10.2009 ist auf Seite 1 des Energieausweis-Formulars im Bereich der allgemeinen Gebäudedaten der Einsatz Erneuerbarer Energien anzugeben. Hierbei ist zu beschreiben, welche Erneuerbare Energien und zu welchem Zweck diese im Gebäude eingesetzt werden - z.B. Thermische Solaranlage zur Trinkwarmwasserbereitung. 

Laut EEWärmeG wird der Einsatz Erneuerbarer Energien im Neubau von Wohn- und Nichtwohngebäuden verbindlich vorgeschrieben. Ein Teil des Wärmeenergiebedarfs soll dabei aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Eine Verpflichtung zum Einsatz Erneuerbarer Energien in bestehenden Gebäuden oder bei Sanierungen ist durch das EEWärmeG nicht vorgeschrieben! Für Neubauten sind zudem alternative Erfüllungsmöglichkeiten vorgesehen.

Zum Nachweis der Anforderungen des EEWärmeG wird zudem die Angabe "Sonstiges" auf Seite 2 des Formulars ersetzt durch die Angabe "Ersatzmaßnahmen". Der Einsatz Erneuerbarer Energien im Gebäude wird im Formular dadurch nicht deutlicher gekennzeichnet, bei Bedarf wird eine Zusatzdokumentation empfohlen. Dem Energieausweis-Aussteller steht es frei, nach Wünschen des Auftraggeberrs beliebig viele Informationen anzuhängen wie z.B. die technischen Daten der Solaranlage oder ein Foto.