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Energieausweis (allgemein)


Was ist ein Energieausweis?

Die meisten Autofahrer wissen in etwa, wieviel Benzin ihr Fahrzeug im Durchschnitt verbraucht. Auf die Effizienzklasse des Kühlschranks oder der Waschmaschine achten Verbraucher spätestens beim Kauf der Geräte. Zur energetischen Qualität von Wohngebäuden existieren allerdings häufig keine objektiven Angaben. Und das, obwohl ein Großteil des Energiebedarfs in Deutschland für das Heizen und die Warmwasseraufbereitung in Haushalten aufgewendet wird.

Mit dem Energieausweis für Gebäude wird sich das ändern. Ähnlich wie das Energieeffizienzlabel beim Kühlschrank informiert der Energieausweis über die energetische Qualität eines Gebäudes und zeigt auf einer Farbskala (von grün nach rot), wieviel Energie man für die Heizung und Warmwasserbereitung benötigt. Die beiliegenden Modernisierungsempfehlungen enthalten individuelle Vorschläge für Sanierungsmaßnahmen, mit denen die Energiebilanz des Gebäudes dauerhaft verbessert werden kann. Wer eine Wohnung bzw. ein Haus kaufen, mieten oder pachten möchte, kann mit Hilfe des Energieausweises verschiedene Immobilien miteinander vergleichen und die tendenziell anfallenden Nebenkosten abschätzen.

Was steht im Energieausweis?

Im Energieausweis wird grundsätzlich der Endenergiebedarf und im Bedarfsausweis auch der Primärenergiebedarf des Gebäudes angegeben:

  • Der Endenergiebedarf gibt die nach technischen Regeln berechnete, vom konkreten Gebäude jährlich benötigte Energiemenge für Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung an, bei Nichtwohngebäuden auch von eingebauter Beleuchtung und Kühlung.

  • Der Primärenergiebedarf bildet die Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes ab. Er berücksichtigt neben der Endenergie auch die so genannte „Vorkette“ (Erkundung, Gewinnung, Verteilung, Umwandlung) der jeweils eingesetzten Energieträger (z.B. Heizöl, Gas, Strom, erneuerbare Energien). Je niedriger der Wert für den Primärenergiebedarf, desto besser die Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes.

In welchen Fällen ist ein Energieausweis Pflicht?

1. Neubauten: Neubauten benötigen einen Energieausweis. Wird ein Gebäude errichtet, hat der Bauherr sicherzustellen, dass dem Eigentümer des Gebäudes ein Bedarfsausweis für das fertig gestellte Gebäude vorgelegt wird. (Eigentümer und Bauherr können identisch sein.)

2. Vermietung und Verkauf: Eigentümer benötigen einen Energieausweis, wenn sie ihr Gebäude oder Teile davon neu vermieten, verpachten oder verkaufen. Sie sind verpflichtet dem interessierten Käufer bzw. Mieter den Energieausweis spätestens bei der Besichtigung vorzulegen. Unverzüglich nach Abschluss des Kauf- oder Mietvertrages hat der Verkäufer/Vermieter dem Käufer/Mieter den Energieausweis zu übergeben. Bei bestehenden Vertragsverhältnissen muss kein Energieausweis vorgelegt oder übergeben werden. Eigentümer, die ihr Gebäude ausschließlich selbst nutzen, benötigen keinen Energieausweis.

Ausnahme: Baudenkmäler benötigen keinen Energieausweis.

Besteht für Kindergärten eine Pflicht zur Erstellung eines Energieausweises und eines Aushangs?

Für ein Gebäude, das ganz oder teilweise als Kindergarten genutzt wird, besteht eine Energieausweispflicht bei Neubau (§16, Absatz 2) sowie bei Verkauf oder Vermietung (§16, Absatz 2).

Zudem besteht bei Kindergärten, bei denen auf mehr als 250 m² Nutzfläche ein starker Publikumsverkehr besteht, eine Aushangpflicht für Energieausweise nach §16, Absatz 3 der EnEV. Diese Aushangpflicht besteht auch dann, wenn der Kindergarten nur einen kleinen Teil eines größeren Gebäudes ausmacht, soweit die o.g. Flächengrenze von 250 m²überschritten wird.

Diese Aushangpflicht nach §16, Absatz 3 ist mit einer Ausstellungspflicht verbunden. Sollte also kein gültiger Energieausweis vorliegen, so muss dieser zur Erfüllung der Aushangpflicht erstellt werden.

Die o.g. Aushangpflicht nur für solche Kindertagesstätten gilt, die von der öffentlichen Hand (also z.B. von den Kommunen) betrieben werden. Bei privaten oder kirchlichen Kindertagesstätten besteht nach §16, Absatz 4 nur dann eine Aushangpflicht, wenn auf mehr als 500 m² ein starker Publikumsverkehr stattfindet und ein gültiger Energieausweis ohnehin vorliegt. Hier ist die Aushangpflicht - anders als nach §16, Absatz 3 - nicht mit einer Ausstellungspflicht verbunden.

Was ist ein Verbrauchsausweis?

Der Verbrauchsausweis gibt den Energieverbrauch der Gebäudenutzer in den vergangenen drei oder mehr Jahren für Heizung und Warmwasserbereitung an, bei Nichtwohngebäuden wird darüber hinaus ein Stromverbrauchskennwert gebildet. Um den Energieverbrauchskennwert zu ermitteln, wird der tatsächliche Energieverbrauch mithilfe eines standortbezogenen Klimafaktors bereinigt. So führt beispielsweise ein hoher Verbrauch in einem einzelnen harten Winter nicht zu einer schlechteren Beurteilung des Gebäudes. Der tatsächliche Energieverbrauch in einem Gebäude oder einer Wohnung kann aufgrund des Witterungseinflusses vom Energieverbrauchskennwert abweichen.

Das Ergebnis im Verbrauchsausweis ist stark vom individuellen Nutzungsverhalten der Nutzer abhängig. Wird in einem energetisch schlechten Gebäude kaum geheizt, so kann der Energieausweis trotzdem sehr gut ausfallen.

Was ist ein Bedarfsausweis?

Der Bedarfsausweis entsteht auf Grundlage einer technischen Analyse der Bausubstanz und der Heizungsanlage eines Gebäudes und ist unabhängig vom individuellen Nutzerverhalten. Die Farbverlaufsskala im Bedarfsausweis weist zwei verschiedene Werte aus, die sehr unterschiedlich ausfallen können – einen Wert für den Endenergiebedarf und einen für den Primärenergiebedarf.

Der Endenergiebedarf gibt die nach technischen Regeln berechnete, vom konkreten Gebäude jährlich benötigte Energiemenge für Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung an, bei Nichtwohngebäuden auch von eingebauter Beleuchtung und Kühlung. Am Endenergiebedarf sollten sich Verbraucher orientieren, wenn sie ihren künftigen Energieverbrauch und die Energiekosten abschätzen wollen.

Der Primärenergiebedarf bildet die Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes ab. Er berücksichtigt neben der Endenergie auch die so genannte „Vorkette“ (Erkundung, Gewinnung, Verteilung, Umwandlung) der jeweils eingesetzten Energieträger (z.B. Heizöl, Gas, Strom, erneuerbare Energien). Der Primärenergiebedarf fällt dann besonders niedrig aus, wenn Erneuerbare Energien (Solare Strahlungsenergie, Geothermie, Energie aus Biomasse) für die Energieversorgung im Gebäude eingesetzt werden. Am Primärenergiebedarf können Verbraucher erkennen, wie umweltfreundlich ihr Gebäude ist.

Die dena empfiehlt bei Wohngebäuden generell den Bedarfsausweis. Er erlaubt eine nutzerunabhängige Bewertung des Gebäudes. Bei der Erstellung eines Bedarfsausweises können die Modernisierungsempfehlungen auf der Basis einer technischen Analyse des Gebäudes ermittelt werde

Kann man immer zwischen der Ausstellung eines Verbrauchs- oder Bedarfsausweises wählen?

Nach §17 Absatz 1 der EnEV 2014 besteht immer Wahlfreiheit bei der Ausstellung eines Bedarfs- oder Verbrauchsausweises, mit einer Ausnahme:

Für bestehende Wohngebäude, die

- weniger als 5 Wohnungen haben und
- für die der Bauantrag vor dem 1.11.1977 gestellt wurde und
- die nicht das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung 1977 (WSchV 77) einhalten, müssen Bedarfsausweise ausgestellt werden.

In der aktuellen Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand sind Regelungen zur Beurteilung aufgeführt.

LINK: www.dena-expertenservice.de/fachinfos/enev-normen-gesetze/enev-2014/

Wenn für ein Bestandsgebäude keine oder nicht in ausreichendem Verbrauchsdaten vorliegen, die nach den Vorgaben der EnEV §19 genügen, ist ebenfalls ein Bedarfsausweise auszustellen.

Wie wird ein Wohn-/Nichtwohngebäude definiert?

Energieausweise sind nach § 17 (3) und § 22 getrennt für Wohngebäude und Nichtwohngebäude zu erstellen.

Welche Gebäude zu den Wohngebäuden zählen, ist in § 2 EnEV definiert.
Demnach sind dies Gebäude, die nach ihrer Zweckbestimmung überwiegend dem Wohnen dienen, einschließlich Wohnheime, Altenheime und Pflegeheime sowie ähnliche Einrichtungen.

Alle anderen Gebäude zählen zu den Nichtwohngebäuden. Insbesondere auch: Hotels, Jugendherbergen, Justizvollzugsanstalten, Kasernen, Krankenhäuser

Weitere Hinweise, welche Gebäude zu den Nichtwohngebäuden gehören, gibt die Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchswerte und der Vergleichswerte im Nichtwohngebäudebestand vom 7. April 2015 (Gebäudekategorisierung nach dem Bauwerkszuordnungskatalog).
LINK: https://www.dena-expertenservice.de/fachinfos/enev-und-normen/weitere-materialien/

Seit wann ist welcher Energieausweis Pflicht?

Seit dem 1. Januar 2009 gilt für alle Wohngebäude in Deutschland die „Ausweispflicht". Der Eigentümer muss bei Vermietung und Verkauf seiner Immobilie den Energieausweis potenziellen Mietern und Käufern zugänglich machen. Seit dem 1. Juli 2009 gilt auch für Nichtwohngebäude die "Ausweispflicht". Ausnahme: Für Baudenkmäler muss kein Energieausweis ausgestellt werden.

Einen Bedarfsausweis braucht man für Wohngebäude mit weniger als fünf Wohnungen, für die ein Bauantrag vor dem 1.11.1977 gestellt wurde. Es sei denn, beim Bau selbst oder durch spätere Modernisierung wird mindestens das Wärmeschutzniveau der 1. Wärmeschutzverordnung von 1977 erreicht. In einem solchen Fall ist auch ein Verbrauchsausweis zulässig. Für alle anderen Bestandsgebäude, auch für kleine Nichtwohngebäude besteht Wahlfreiheit. Für Neubauten sind bereits seit 2002 Bedarfsausweise vorgeschrieben.

Angabe des Baujahres im Energieausweis

Wie und wo ist die Angabe des Baujahres im Energieausweis für Neubauten definiert?

Das Baujahr eines Gebäudes ist eine Pflichtangabe im Energieausweis und muss daher immer angegeben werden. In einem Kommentar zur EnEV 2009 heißt es dazu:

"Die Angabe des Baujahrs kann ein Indiz für die energetische Qualität der baulichen Hülle sein. Hier ist i.d.R. das Baufertigstellungsdatum einzutragen. Bei einem Gebäude, das sich aus Gebäudeteilen unterschiedlicher Baujahre zusammensetzt, sind Mehrfachangaben zu empfehlen. Wird der Ausweis im Zuge einer Sanierung oder einer Erweiterung erstellt, ist zumindest das Jahr der durchgeführten Maßnahme zu benennen – analog zu einem Neubau, denn das ist Grundlage für die im Ausweis vorhandenen Kennwerte."

In diesm Fall sollte somit das Jahr der Baufertigstellung als Baujahr genannt werden.

Kosten für einen Energieausweis

Wie hoch sind die Kosten für die Ausstellung eines Energieausweises für Wohngebäude?

Die Kosten eines Energieausweises sind von der Bauweise und Größe des Gebäudes abhängig und können mit dem Aussteller des Ausweises verhandelt werden. Entscheidend für die Höhe der Kosten ist jedoch, ob ein Bedarfsausweis oder ein Verbrauchsausweis ausgestellt wird.

Der Verbrauchsausweis auf der Basis der Energieverbräuche der (mindestens) letzten 3 Jahre ist deutlich einfacher und damit kostengünstiger zu erstellen, als ein Bedarfsausweis, bei dem das gesamte Gebäude und seine Anlagentechnik erfasst werden und der Energiebedarf mit einer  Software berechnet wird.

Der Energiebedarfsausweis nach §17, Absatz 2 der Energieeinsparverordnung ist grundsätzlich nur für solche Wohngebäude im Bestand erforderlich, die weniger als fünf Wohnungen haben und für die der Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt worden ist und die auch nicht (z.B. durch spätere Änderungen) das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung vom 11. August 1977 einhalten.

Für einen Neubau darf grundsätzlich nur ein Energiebedarfsausweis erstellt werden.

Bei allen anderen Gebäuden, die 5 oder mehr Wohneinheiten haben oder deren Bauantragsstellung ab dem 1.11.1977 erfolgte oder die das Niveau der Wärmeschutzverordnung von 1977 erfüllen, kann zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis frei gewählt werden.

Empfohlen wird, mehrere Energieausweisaussteller in der Nähe zu kontaktieren und jeweils ein Angebot für die Ausstellung des Ausweises einzuholen.

Entsprechende Aussteller sind in der Expertendatenbank der dena unter folgendem Link zu finden: https://effizienzhaus.zukunft-haus.info/aussteller/suche-experten

Weitere Informationen zur Ausstellung und Kosten von Energieausweisen :http://www.vz-nrw.de/Der-Energieausweis-Steckbrief-fuer-Wohngebaeude-2

 

 

Gilt die Befreiung von der Ausweispflicht auch für Gebäude die unter Ensembleschutz stehen?

Laut gültiger EnEV sind nach wie vor Baudenkmäler von der Pflicht des Energieausweises befreit. Gilt dies auch für Gebäude, die lediglich unter Ensembleschutz stehen, also kein Baudenkmal sind?

Die Ausnahme von der Energieausweispflicht gilt auch für Gebäude die im Rahmen des Ensembleschutzes geschützt sind. Baudenkmäler sind nach § 16 Absatz 4 EnEV von der Pflicht zur Vorlage oder zum Aushang eines Energieausweises nach Absatz 2 und 3 ausgenommen. Die EnEV definiert im § 2 (Begriffsbestimmungen) Nummer 3a "Baudenkmäler" als "nach Landesrecht geschützte Gebäude oder Gebäudemehrheiten." Es sind demnach Gebäude, die nach den gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes im Rahmen des Denkmalschutzes geschützt sind.

Im Fall geschützter Gebäudemehrheiten handelt es sich um den Schutz einer Gesamtanlage, deren einzelne Gebäude dabei selbst kein Baudenkmal, jedoch im Rahmen des Ensembleschutzes insgesamt ein zu schützendes historisches Erscheinungsbild darstellen. Auch für diese dann danach die Ausnahmeregelung des § 16 Absatz 1 EnEV angewendet werden.

Muss für ein Gebäude, welches später abgerissen wird, bei Verkauf ein Energieausweis ausgestellt werden?

Muss für ein Gebäude, bei dem schon fest steht, dass es abgerissen wird, für den Verkauf ein Energieausweis ausgestellt werden oder ist da eine Befreiung von der Ausstellung möglich?

Die Frage, ob für ein Gebäude, welches nach dem Verkauf abgerissen werden soll, ein Energieausweis ausgestellt werden muss, wurde bereits in den FAQ des BBSR zum Energieausweis beantwortet. Dort heißt es:

"Nein. Zwar muss nach § 16 Abs. 2 Satz 1 EnEV 2013 der Verkäufer dem potenziellen Käufer spätestens bei der Besichtigung des Objekts einen Energieausweis bzw. eine Kopie vorlegen und unverzüglich nach Abschluss des Kaufvertrages den Energieausweis bzw. die Kopie übergeben, allerdings ist ein Absehen von dieser Pflicht für den Abrissfall möglich.

In der Begründung zur EnEV 2007 wurde seinerzeit hierzu ausgeführt:

"Wird ein Gebäude im Hinblick auf einen bevorstehenden Abriss veräußert, wäre es offensichtlich zweckwidrig, einen Energieausweis zu verlangen. Dazu bedarf es keiner ausdrücklichen Regelung." (vgl. BR-Drs. 282/07, S. 121). Dies gilt allerdings nicht bei Modernisierungs- oder Sanierungsbedürftigkeit oder Leerstand eines Gebäudes. In diesen Fällen entfällt die Energieausweispflicht bei einem Verkauf nicht. Auch eine möglicherweise beabsichtigte Nutzungsänderung des Gebäudes nach dessen Verkauf führt nicht zu einem Entfallen der Energieausweispflicht."

http://www.bbsr-energieeinsparung.de/EnEVPortal/DE/Energieausweise/FAQ/Fragen/Frage3.html?nn=1111914

 

Dürfen Energieausweise auch für Teile eines Wohngebäudes ausgestellt werden? [Anhaltspunkte "Gebäude"]

Eine Abgrenzung von Gebäuden und Gebäudeteilen sollte in jedem Einzelfall erfolgen. Eine offizielle Auslegung zur EnEV 2014 §17 Absatz 3 Satz 1 nennt dazu folgende Anhaltspunkte, anhand derer diese Abgrenzung zwischen Gebäuden und Gebäudeteilen erfolgenden sollte:

- die selbständige Nutzbarkeit
- ein trennbarer räumlicher und funktionaler Zusammenhang
- die Abgrenzung durch die wärmeübertragende Umfassungsfläche
- eigene Hausnummer
- Eigentumsgrenzen
- eigener Eingang
- die Trennung durch Brandwände.

Es sollte also anhand der o.g. Auslegung geprüft werden, welche Anhaltspunkte bei einem Gebäude dafür sprechen, dies als ein Gebäude im Sinne der EnEV zu betrachten und welche Anhaltspunkte dafür sprechen, hier von mehreren Gebäuden auszugehen.

Letztlich ist dann anhand dieser Anhaltspunkte eine individuelle Beurteilung vorzunehmen.

Link: Auslegungsfrage

 

 

 

Ausstellung eines neuen Energieausweises nach Erweiterung (Anbau)

An ein bestehendes Gebäude wird ein Anbau >50m² errichtet. Der Anbau wird separat über einen neuen Wärmeerzeuger versorgt. Ist nach Fertigstellung des Anbaus soll ein neuer Energieausweis ausgestellt werden. Ist hierfür ein Ausweis für das gesamte Gebäude oder nur für den Neubauteil (Anbau) erforderlich?

Energieausweise werden nach §17, Absatz 3 der EnEV grundsätzlich für Gebäude ausgestellt. Sie dürfen nicht für Gebäudeteile ausgestellt werden.

Dies geht auch aus einer offiziellen Auslegung zu EnEV hervor, die Sie unter dem folgenden Link finden können: http://www.bbsr-energieeinsparung.de/EnEVPortal/DE/EnEV/Auslegungen/Auslegungen/XX-1.html?nn=738208#

Lediglich bei gemischter Nutzung (Wohn- und Nichtwohnnutzung) dürfen nach §22 EnEV unter Umständen zwei Ausweise für ein Gebäude ausgestellt werden, also einer für den Wohnanteil und einer für den Nichtwohnanteil. In dem beschriebenen Fall, wäre es nur dann zulässig einen Energieausweis lediglich für den Anbau auszustellen, wenn dieser Anbau im Sinne der EnEV als eigenständiges Gebäude anzusehen ist.

 

 

Ausstellung eines Energieausweises für ein Wohngebäude mit Arztpraxis (gemischt genutzte Gebäude).

Für ein Wohngebäude mit sechs Wohneinheiten und einer Zahnarztpraxis im Erdgeschoss soll ein Energiebedarfsausweis ausgestellt werden. Wohn- und Nichtwohnbereich werden von einer gemeinsamen Heizungsanlage versorgt. Lediglich die Warmwasserbereitung der Arztpraxis erfolgt separat. Wie kann der Bedarfsausweis berechnet werden?

Zunächst ist zu klären, ob für das Gebäude ein Ausweis oder zwei Ausweise ausgestellt werden müssen. Für gemischt genutzte Gebäude (Wohnen und Nichtwohnen) sind in der Regel zwei Ausweise nötig. Die EnEV definiert in § 22 jedoch zwei Ausnahmen, bei denen ein gemeinsamer Energieausweis für gemischt genutzte Gebäude erstellt werden kann:

1. Es handelt sich bei der von der Gebäudehauptnutzung abweichenden Nutzung um einen unerheblichen Teil der Gebäudenutzfläche bzw. Nettogrundfläche. Nach diesem Grundsatz soll vermieden werden, dass für kleine Flächen ein gesonderter Energieausweis ausgestellt werden muss. Die EnEV selbst gibt jedoch keinen bestimmten Prozentsatz für eine Untergrenze vor, da dies im Einzelfall entschieden werden muss, und um dem Anwender genügend Flexibilität zu geben. In Die Begründung zur EnEV geht davon aus, dass ein Flächenanteil von bis zu 10 % der Gebäudenutzfläche als unerheblich angesehen werden kann.

2. Falls sich die Nichtwohnnutzung nach der Nutzungsart und der gebäudetechnischen Ausstattung nicht wesentlich von der Wohnnutzung unterscheidet, wird das Gebäude als Wohngebäude behandelt. Typische Fälle solcher wohnähnlicher Nutzungen sind freiberufliche Nutzungen, die üblicherweise in Wohnungen stattfinden wie Rechtsanwaltskanzleien, Arztpraxen oder Architekturbüros.

Wenn die erwähnte Zahnarztpraxis als wohnähnliche Nutzung betrachtet werden kann, so wird für das gesamte Gebäude nur ein Ausweis benötigt. Für die Beheizung existiert dann nur ein Strang, für die Warmwasserbereitung gibt es zwei Stränge: der Flächenanteil der Wohnungen die über die Zentralheizung versorgt wird sowie der Flächenanteil der Praxis, der an die dezentrale Warmwasserbereitung, z. B. Elektro-Durchlauferhitzer, angeschlossen ist.

Energieausweis für Zonen mit 8°C

In einer Molkerei wird an ein bestehendes Kühlregallager angebaut. Der Anbau umfasst eine Konfektionierungs- und Kommissionierzone, welche auf 8° C gekühlt werden, unbeheizte Technikräume sowie Aufenthaltsräume und Lagerräume.
Frage ist, für welche Zonen ist der Energieausweis nach DIV V 18599 notwendig. Unserer Meinung nach wird die Konfektionierungs- und Kommissionierzone analog zum Tiefkühllager mit Prozessenergie gekühlt und daher muss die erforderliche Energie nicht im Ausweis berücksichtigt werden (analog Beschlussstaffel 09.12.09/ XI -1). Ist diese Einschätzung richtig?
In diesem Fall grenzen die Aufenthaltsräume an das Gestandskühllager und an die gekühlte Kommissionierzone. Da es kein Nutzungsprofil für gekühlte Räume gibt, muss man dann vermutlich ein eigenes Nutzungsprofil erstellen oder darf ein Standardnutzungsprofil verwendet werden?

In Paragraph 1 der Energieeinsparverordnung ist ausgeführt, dass der Energieeinsatz für Produktionsprozesse in Gebäuden nicht Gegenstand der Verordnung ist. In der neunten Staffel der Auslegungsfragen zur Energieeinsparverordnung wird diese Regelung für den Anwendungsfall der Tiefkühlhäuser präzisiert.

Vor dem Hintergrund der beschriebenen Regelung, ist die von Ihnen genannte Nutzung im Rahmen der Nachweisführung nicht zu berücksichtigen. Bei der Bilanzierung der Aufenthaltsräume ist es nicht erforderlich, für die angrenzenden Kühlräume ein Nutzungsprofil zu erstellen. Es ist lediglich festzulegen, welche Temperaturrandbedingung in der angrenzenden Zone vorliegt. Bei Kenntnis der Temperatur im angrenzenden Raum kann gemäß DIN V 18599 die Transmission zur angrenzenden gekühlten Gebäudezone berechnet werden.

Energieausweis für Nichtwohngebäude

Ich bekam den Auftrag, für ein Nichtwohngebäude einen Energieausweis zu erstellen. In diesem Gebäude befinden sich Büros, eine Gaststätte mit Küche, eine Bank, Lagerräume, eine Videothek. Die Gaststätte und Büros sind nicht mehr besetzt. Jetzt möchte der Auftraggeber, dass ich diese Flächen wie Lagerräume behandeln soll. M.E. muss ich nach der vorherigen Nutzung die Berechnung durchführen, da ja die Anlagentechnik wie RLT, Kühlung usw. zwar nicht im Betrieb sind, jedoch sofort wieder in Betrieb genommen werden könnten.

Der Energieausweis bewertet den energetischen Ist-Zustand eines Gebäudes und dient der Vergleichbarkeit von Gebäuden. Einer Bilanzierung sind darum standardisierte Randbedingungen nach EnEV zugrunde zu legen. Auch bei der Bilanzierung von bestehenden Nichtwohngebäuden ist von einer standardmäßigen Nutzung auszugehen, d.h. einer dem Gebäude und nicht einer den Gewohnheiten des Nutzers entsprechenden Nutzung.

Ihre Sichtweise ist darum richtig, dass die - ggf. vorübergehend -leer stehenden Räume den Nutzungsprofilen der DIN V 18599-10 entsprechend ihrer Zweckbestimmung zugeordnet werden müssen.

In jedem Fall wäre nicht richtig, Räume, die aufgrund ihrer Nutzungsbestimmung und Ausrüstung Aufenthaltsräume darstellen, dem Nutzungsprofil Nr. 20 "Lager, Technik, Archiv" zuzuordnen, selbst wenn diese aktuell als solche wegen Leerstands entgegen ihrer Zweckbestimmung genutzt würden.

Energieausweis für mehrere Gebäude mit gemeinsamer Heizungsanlage

Für einen Wohnblock, bestehend aus sieben Gebäuden (verschieden Hausnummern) soll ein Energieausweis erstellt werden. Diese Häuser werden durch eine gemeinsame  Heizanlage beheizt.

Wie erstelle ich hier für die Häuser richtig einen Energieausweis? Die Häuser sind baugleich.

Darf ich ganz einfach jeweils ein Siebtel der Heizleistung zuschlagen oder muss ich anders verfahren?

Für den Fall, dass mehrere Gebäude oder Gebäudeteile von einer gemeinsamen Heizungsanlage versorgt werden, bestehen für die Abbildung der Heizungsanlage bei der gebäudebezogenen Berechnung folgende Möglichkeiten:
Sie setzen die Heizungsanlage in einem Gebäude oder Gebäudeteil als Wärmeerzeuger an und berechnen die anderen Gebäude oder Gebäudeteile mit einer Nah-/Fernwärmeversorgung (aus der Heizungsanlage des ersten Gebäudes).  Die Leitungslängen sind ab der jeweiligen Hausstation zu berücksichtigen.

Oder Sie bilden die bestehende Heizungsanlage als mehrere Heizungsanlagen ab. Sie berücksichtigen dazu also die gleiche Heizungsanlage in allen Gebäuden, jedoch mit einer jeweils entsprechend reduzierten Leistung. Die Leitungslängen sind in diesem Fall wie vorgenannt zu berücksichtigen, hier jedoch zusätzlich auch die Nahwärmeleitungen vom Heizkessel bis zur jeweiligen Hausstation.  

Im letzteren Fall ist die Leistung als die für das zu bewertende Gebäude berechnete, erforderliche Leistung anzunehmen. Bei den aneinandergereihten Gebäuden des Wohnblocks wird diese für Mittel- und Eckhäuser unterschiedlich sein.

Energieausweis NWG - Energieverbrauch für Beleuchtung

Bei der Ausstellung von Energieausweisen auf Grundlage des Energieverbrauchs für Nichtwohngebäude wird nach §19 der EnEV auch der Energieverbrauch für Kühlung, Lüftung und Beleuchtung benötigt. Letzteres ist im Verbrauch des üblicherweise vorhandenen Allgemeinstromzählers nicht erfasst. Im Stromverbrauch einzelner Nutzungseinheiten ist jedoch i.d.R. weit mehr als nur der Beleuchtungsbedarf enthalten. Wie ist also der Energieverbrauch für Beleuchtung zu ermitteln?

"Enthalten die Stromverbräuche darüber hinaus auch Verbrauchsanteile, die nicht von den oben genannten Verwendungszwecken [Kühlung, Lüftung, eingebaute Beleuchtung, dezentrale Warmwasserbereitung, elektrische Ergänzungsheizungen (z. B. durch eine elektrische Erwärmung der Zuluft), elektrische Hilfsenergie für Heizung und zentrale Warmwasserbereitung] zu trennen sind, wie etwa für die technische Ausstattung eines Büros, sind diese meist zwangsläufig im Stromverbrauchskennwert enthalten. Einen pauschalen Abzug derartiger Verbrauchsanteile sieht die EnEV nicht vor. Sie können jedoch als "Sonstiges" auf Seite 3 des Energieausweises unter dem Farbverlauf für den Stromverbrauchskennwert erwähnt werden und dem Leser das Verständnis des Wertes erleichtern.", so unser Leitfaden Energieausweis - Teil 3.

Energieausweis und keine Daten zum Baujahr des Gebäudes vorhanden

Wie ist zu verfahren, wenn zum Baujahr eines Gebäudes keinerlei Daten existieren? 

Das Baujahr eines Gebäudes ist eine Pflichtangabe im Energieausweis und muss daher immer angegeben werden. In einem Kommentar zur EnEV 2009 heißt es dazu:
"Die Angabe des Baujahrs kann ein Indiz für die energetische Qualität der baulichen Hülle sein. Hier ist i.d.R. das Baufertigstellungsdatum einzutragen. Bei einem Gebäude, das sich aus Gebäudeteilen unterschiedlicher Baujahre zusammensetzt, sind Mehrfachangaben zu empfehlen. Wird der Ausweis im Zuge einer Sanierung oder einer Erweiterung erstellt, ist zumindest das Jahr der durchgeführten Maßnahme zu benennen – analog zu einem Neubau, denn das ist Grundlage für die im Ausweis vorhandenen Kennwerte."

Bei manchen Gebäuden ist das genaue Baujahr oftmals gar nicht bekannt und kann daher nur geschätzt werden. Somit ist die Angabe des Baujahrs schon mit einer gewissen Unsicherheit verbunden.

Falls es sich bei dem hier angesprochenen Gebäude um ein recht altes Gebäude handelt, dürfte eine Abweichung beim Baujahr um 10 Jahre (z.B. 1900 statt 1910) jedoch die Einschätzung der energetischen Qualität der Gebäudehülle kaum beeinflussen, da in der Regel 1910 nicht nennenswert energieeffizienter gebaut wurde, als im Jahr 1900.

Sollte es energetische Sanierungen an dem Gebäude gegeben haben, könnte zusätzlich zum ursprünglichen Baujahr das Jahr der Sanierung genannt werden. Dies dürfte die Einschätzung der energetischen Qualität der Gebäudehülle deutlich stärker beeinflussen.

Energieausweis für ein gekühltes Wohngebäude

Für ein Gebäude, das mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit aktiver Kühlfunktion ausgestattet ist, soll ein Energieausweis erstellt werden. Ist in diesem Fall eine Bilanzierung nach DIN V 18599 vorgeschrieben?

Nach EnEV Anlage 1 Nummer 2.1.1 ist der Jahres-Primärenergiebedarf Qp für Wohngebäude nach DIN V 18599: 2011-12 zu ermitteln und kann nach Nummer 2.1.2 für Wohngebäude, die nicht gekühlt werden, alternativ nach DIN V 4108-6 und DIN V 4701-10 ermittelt werden.

D.h. für Wohngebäude, die gekühlt werden, darf das Berechnungsverfahren nach DIN V 4108-6 und DIN V 4701-10 nicht angewendet werden.