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Berechnungsgrundsätze Wohn- und Nichtwohngebäude


Gemischt genutzte Gebäude mit Wohn- und Nichtwohnanteilen (§22 EnEV)

Ist nach § 22 EnEV für ein gemischt genutztes Gebäude eine getrennte Betrachtung der Gebäudeteile mit Wohn- und mit Nichtwohnnutzung nicht erforderlich, kann der Nachweis für das Gesamtgebäude geführt werden. Sind die Gebäudeteile nach § 22 EnEV jedoch getrennt zu betrachten, ist entsprechend auch jeweils ein Nachweis für die Gebäudeteile getrennt zu führen.

Bei einem Gebäude welches überwiegend (zu mehr als 50 % der Gebäudenutzfläche) zu Wohnzwecken genutzt wird, handelt es sich grundsätzlich um ein Wohngebäude. In diesem Fall ist nach § 22 Abs. 1 EnEV der Nichtwohngebäudeteil dann getrennt zu bilanzieren, wenn die folgenden drei Kriterien gleichzeitig erfüllt sind:

  • die Nutzung ist nicht wohnähnlich und
  • der Flächenanteil der Nichtwohnnutzung an der gesamten Nutzfläche des Gebäudes ist erheblich (in der Regel mehr als 10 %) und
  • die Anlagentechnik des Nichtwohngebäudeteils unterscheidet sich von der Wohnnutzung (z.B. Lüftung, Kühlung, etc.).

In der Begründung zur EnEV findet sich für die Beurteilung folgender Hinweis:

"Soweit die Nichtwohnnutzung sich nach der Art der Nutzung und der gebäudetechnischen Ausstattung nicht wesentlich von der Wohnnutzung unterscheidet, wird das Gebäude auch insoweit als Wohngebäude behandelt. Typische Fälle solcher wohnähnlicher Nutzungen sind freiberufliche Nutzungen, die üblicherweise in Wohnungen stattfinden können, und freiberufsähnliche gewerbliche Nutzungen. Dem Spaltungsgrundsatz unterliegen nur solche Nichtwohnnutzungen innerhalb eines Wohngebäudes, die nach der Art der Nutzung nicht wohnähnlich sind und zusätzlich sich auch bei der gebäudetechnischen Ausstattung (z. B. Belüftung, Klimatisierung) wesentlich von der Wohnnutzung unterscheiden."

Handelt es sich hingegen um ein Nichtwohngebäude mit Wohnanteil (Nichtwohnnutzung mehr als 50%), so ist der Absatz 2 des §22 anzuwenden:

In diesem Fall kommt es nur auf den Flächenanteil der Wohnnutzung an. Ist dieser größer als 10%, so müssen die Gebäudeteile getrennt nachgewiesen werden. Eine "wohnähnliche Nutzung" im Nichtwohnanteil spielt in diesem Fall keine Rolle.

Weitere Erläuterungen zu diesem Thema finden Sie auch in den FAQ Nr. 1.01 und 1.02 aus der Liste der technischen FAQ der KfW für Nichtwohngebäude unter www.kfw.de/eee.

 

Die Voraussetzungen, unter denen die Gebäudeteile gemischt genutzter Gebäude entweder gemeinsam oder getrennt zu betrachten sind, kommentiert die Auslegung XI-27 zu § 22 EnEV 2009 (gemischt genutzte Gebäude):

http://tinyurl.com/Ausleg-XI-27-P22-Mischnutzung

Welche Gebäude zählen zu Gebäuden mit öffentlichen Dienstleistungen?

Die Aushangverpflichtung von Energieausweisen in Gebäuden, in denen Behörden und sonstige Einrichtungen öffentliche Dienstleistungen erbringen, soll die besondere Pflicht der öffentlichen Hand hervorheben und deren Vorbildfunktion unterstreichen. Für die genannten Gebäude muss ein Energieausweis auch ohne Vermietung oder Verkauf der Immobilie erstellt werden und an einer gut sichtbaren Stelle ausgehängt werden.

Typische Gebäude mit öffentlichen Dienstleistungen sind:

  • Rathäuser,
  • Sozialämter,
  • Arbeitsagenturen,
  • Schulen,
  • Universitäten, etc.

Mit "sonstigen Einrichtungen", die öffentliche Dienstleistungen erbringen, sind nach Angabe der Europäischen Kommission nur privatisierte, ehemals öffentlich-rechtliche Einrichtungen gemeint.

Kaufhäuser, Einzelhandelsgeschäfte, Bankgebäude und ähnliche Gebäude sind hier nicht gemeint. Ebenfalls nicht gemeint sind Gebäude für Besichtigungszwecke, wie Museen und Kulturdenkmäler. Auch Gebäude, die für die Nutzung durch Dritte bereit gestellt werden –wie zum Beispiel Turnhallen, die von Vereinen genutzt werden – fallen nicht unter die Aushangpflicht.

Mit welchem Primärenergiefaktor wird der Bezug von Ökostrom berücksichtigt?

Der Strom, der für Beheizung, Warmwasser, Kühlung und Lüftung von Wohngebäuden eingesetzt wird, wird in der zugrunde liegenden Norm DIN V 18599-1: 2011-12 generell mit einem Primärenergiefaktor für den Strom-Mix, der am Netz anliegt, versehen, fp = 2,4.

Mit Inkrafttreten der EnEV 2014 am 1.5.2015 wurde auf der Primärenergiefaktor auf 2,4 abgesenkt und seit dem 1.1.2016 beträgt der Primärenergiefaktor für den nicht erneuerbaren Anteil von elektrischen StromWert 1,8. Hintergrund für diese Absenkung ist der steigende Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtstrommix.

Eine Berücksichtigung von Strom aus erneuerbaren Energien (Ökostrom) für das individuelle Gebäude ist aus folgendem Grund NICHT möglich: Die Entscheidung, den Strombedarf mit Ökostrom zu decken, ist vom Nutzer bzw. Eigentümer abhängig und ist keine ursächliche Eigenschaft des Gebäudes. Ein neuer Mieter oder Käufer des Gebäudes ist ja frei, wieder zu einem anderen Stromanbieter zu wechseln. Der Energieausweis soll aber die energetischen Eigenschaften des Gebäudes darstellen und bei Verkauf oder Vermietung vorgelegt werden bzw. ausgehangen werden.

In zu errichtenden Gebäuden ist Strom aus erneuerbaren Energien von dem Endenergiebedarf abzuziehen, wenn er

1. im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang zu dem Gebäude erzeugt wird und

2. vorrangig in dem Gebäude unmittelbar nach Erzeugung oder nach vorübergehender Speicherung selbst genutzt und nur die überschüssige Energiemenge in ein öffentliches Netz eingespeist wird.

Sind die Angaben für Primär- und Endenergie im Energieausweis auf Heiz- oder Brennwert bezogen?

Die Berechnungen in der DIN V 18599 erfolgen mit Bezug auf den oberen Heizwert (Brennwert). Eine Umrechnung auf den unteren Heizwert erfolgt erst am Ende bei den Ergebnissen.

In DIN V 18599-1 heißt es in Abschnitt 5.5.7: "Die Endenergien sind in Gleichung (23) und (24) brennwertbezogen angegeben. Werden heizwertbezogene Endenergiewerte benötigt, so ist mit Hilfe von Gleichung (25) umzurechnen."

Die DIN V 18599 ermöglicht somit auch auf der Ebene der Endenergie die Ausgabe von heizwertbezogenen Werten. In Energieausweisen sind sowohl für End- als auch für Primärenergie ausschließlich heizwertbezogene Werte anzugeben.

Für Verbrauchsausweise ist dies beispielsweise in der "Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchswerte im Wohngebäudebestand" vom 7. April 2015 eindeutig geregelt. Dort heißt es in Abschnitt 2: "Auf den oberen Heizwert (Brennwert) bezogene Verbrauchsangaben sind unter Verwendung der Umrechnungsfaktoren nach DIN V 18599-1: 2011-12 Tabelle B1 auf den unteren Heizwert Hi umzurechnen."

Bei Bedarfsausweisen ist eine entsprechende eindeutige Regelung nicht zu finden. Es ist jedoch für die gewünschte Vergleichbarkeit von Bedarfs- und Verbrauchsausweisen erforderlich, die Werte jeweils heizwertbezogen anzugeben. Gleiches gilt für die Vergleichbarkeit mit Bedarfsausweisen, deren Ergebniswerte nach DIN 4108-6 und DIN 4701-10 berechnet wurden.