Keine passende Antwort gefunden?

Rufen Sie uns an:

Peter Pannier, Diana Siegert
Mo & Do 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr
Tel.: 030-66 777-881

Oder stellen Sie Ihre Frage hier:

Ein Service der dena für Architekten, Ingenieure, Energieberater und Handwerker.

DIN V 18599


Verfahren bei Gebäuden ohne definiertes Nutzungsprofil

Wie ist zu verfahren, wenn Gebäude mit Nutzungen zu berechnen sind, für die in der DIN V 18599 Teil 10 kein Nutzungsprofil definiert ist (z.B. Wäschereien, Sporthallen mit Zuschauerbereich, Sport- und Freizeitbäder, leerstehende Gewerbeeinheiten)?

Nach EnEV Anlage 2 Nr. 2.2.2 kann für Nutzungen, die nicht in DIN V 18599-10 aufgeführt sind, entweder 

a) die Nutzung Nr.17 der Tabelle 5 im Teil 10 (Sonstige Aufenthaltsräume) verwendet werden oder

b) eine Nutzung auf der Grundlage der DIN V 18599-10 unter Anwendung eines gesicherten allgemeinen Wissensstandes individuell bestimmt werden.

Dieses Profil wird sowohl beim Referenzgebäude als auch beim realen Gebäude angewendet. Die gewählten Angaben im Falle b) sind zu begründen und dem Nachweis beizufügen. Im Falle einer noch nicht feststehenden zukünftigen Nutzung einer Zone muss das Nutzungsprofil Nr. 17 verwendet werden.

Berechnungen nach DIN V 18599 für KfW-Programme Energieeffizient Bauen und Sanieren wieder zugelassen

Die KfW akzeptiert wieder Berechnungen zum KfW-Effizienzhaus auf Basis der DIN V 18599.

Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der KfW bzw. auf den Webseiten des BMVBS.


Bilanzierung Warmwasserbedarf (<0,2 kWh pro Person und Tag)

Darf beim vereinfachten Nachweis einer Schule (Umbau u. Modernisierung) auf die Bilanzierung des Warmwassers verzichtet werden, wenn der Bedarf entsprechend DIN 18599-10 Tab. 6 Erläuterungen weniger als 0,2kWh pro Person und Tag beträgt, oder muß nach EnEV 2009 Anl. 2 Abs. 3.2.1 auch in diesem Fall Tab. 4 Zeile 4 Spalte 5 zum Ansatz gebracht werden?

Antwort:

Nach EnEV 2009 gelten entsprechend Abschnitt 3 für bestehende Gebäude
und Anlagen die angesprochenen Anforderungen der EnEV als erfüllt,
wenn: - geänderte Nichtwohngebäude insgesamt den Jahres-Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes nach § 4 Absatz 1 und die
- Höchstwerte der mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten der wärmeübertragenden Umfassungsfläche nach Anlage 2 Tabelle 2 um nicht
mehr als 40 vom Hundert überschreiten.

Dabei sind für Nichtwohngebäude die in § 4 Absatz 3 angegebenen
Berechnungsverfahren zu verwenden, das bedeutet konkret:
- Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarf Qp für Nichtwohngebäude
   - nach DIN V 18599-1 : 2007-02 (Anlage 2 Nr. 2 zur EnEV 2009) oder
   - mit vereinfachten Berechnungsverfahren für Nichtwohngebäude  
  unter Verwendung eines Ein-Zonen-Modells (Anlage 2 Nr. 3 zur EnEV
  2009).

Das vereinfachte Verfahren nach Anlage 2 Nr. 3.1.3 gilt für
d) Schulen, Turnhallen, Kindergärten und-tagesstätten und ähnliche
Einrichtungen und darf damit für den geschilderten Fall angewandt
werden.
Für das vereinfachte Verfahren (Anlage 2 Nr. 3) sind die Bestimmungen
der Anlage 2 Nr. 2 nur insofern anzuwenden, als Nr. 3 keine
abweichenden Bestimmungen trifft.
Nach Anlage 2 Nr. 3.2.1 ist abweichend zu Nr. 2.2.1 für die Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs die entsprechende Nutzung nach Tabelle 4 Spalte 4 zu verwenden. Der Nutzenergiebedarf für Warmwasser ist mit dem Wert aus Spalte 5 in Ansatz zu bringen.

Nach Anlage 2 Nr. 2.1.2 gilt für die Bilanzierung des Warmwassers:
d) Der Primärenergiebedarf für Warmwasser ist zu bilanzieren, wenn ein Nutzenergiebedarf für Warmwasser in Ansatz zu bringen ist und der durchschnittliche tägliche Nutzenergiebedarf für Warmwasser wenigstens 0,2 kWh pro Person und Tag oder 0,2 kWh pro Beschäftigtem und Tag beträgt.

Es gibt beim vereinfachten Verfahren keine abweichende Bestimmung zu
Punkt 2.1.2 d), so dass dieser auch bei der Berechnung mit dem vereinfachten Verfahren angewandt werden kann.
Die aus formaler Sicht beschriebene Bewertung (Berechnung ohne Warmwasser) ist auch aus inhaltlicher Sicht sinnvoll. Zum einen soll das vereinfachte Verfahren einfacher als eine ausführliche Berechnung sein, dies würde durch eine zusätzliche generelle Einbeziehung des Warmwassers konterkariert. Außerdem würde eine rechnerische Einbeziehung eines real kaum vorhandenen Warmwasserbedarfs möglicherweise zu einer anlagentechnischen Fehloptimierung führen (z.B. Einbau einer solarthermischen Anlage in Gebäude ohne nennenswerten Warmwasserbedarf).

Regelung für verschiedene Nichtwohn-Nutzungen

Ist auch dann nur ein Energieausweis auszustellen, wenn Gewerbeeinheiten eines Gebäudes über verschiedene Etagen verteilt und von wesentlich unterschiedlicher Nutzung sind?

Für den Fall verschiedener Nichtwohn-Nutzungen sieht die EnEV vor, das Gebäude in Zonen einzuteilen. Es wird dann ein Ausweis für alle Zonen zusammen erstellt. Siehe dazu EnEV Anlage 2 Nr. 2.2.1 und in den Bekanntmachungen der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Nichtwohngebäudebestand unter Nr. 2.2. Bei der Zonierung von bestehenden Gebäuden genügt eine Toleranz bei der Zonenflächenermittlung von  ±10%. Auf Seite 2 des Musters Energieausweis für Nichtwohngebäude ist ein Feld für die Liste der verschiedenen Zonen vorgesehen.

Aufteilung von Leitungslängen auf Heizkreise

Frage:

Nach DIN 18599-5 können die über die charakteristische Länge für das Gesamtgebäude ermittelten leitungslängen flächenanteilig auf die Zonen verteilt werden. Somit können Leitungslängen für Heizkreise ermittelt werden, die sich über verschiedene Zonen erstrecken.
1. Wie ist zu verfahren, wenn eine Zone mehreren Heizkreisen zuzuordnen ist?
2. Sind in den ermittelten Leitungslängen Lv, Ls, La die Anschlussleitungen für RLT-Heizregister od. ähnl.  Komponenten bereits enthalten? Wenn ja, wie soll der Anteil dieser Leitungen an den Leitungslängen ermittelt werden?

Antwort:

Wenn keine detaillierte Rohrnetzplanung vorliegt, können nach DIN V 18599-5 die Längen des Heizungs-Rohrnetzes vereinfachend aus den geometrischen
Gebäudedaten/Zonendaten (Standardwerte Tabelle 15) ermittelt werden.
Dabei wird davon ausgegangen, dass ein durchschnittliches Rohrnetz aus drei unterschiedlichen Bereichen V (horizontale Verteilung vom Wärmeerzeuger zu den Strängen), S (Steigleitungen) und A (Anbindeleitungen von Strängen zu Heizkörpern) besteht.
Besteht ein Gebäude aus mehreren Zonen, so wird vereinfachend die Länge der Anbinde- und Strangleitungen aus den geometrischen Abmessungen der jeweiligen Zone bestimmt. Die Längen der Verteilleitungen werden mit den geometrischen Abmessungen des gesamten Gebäudes ermittelt.

Alternativ kann die Verteilung (gemeint ist das ganze Rohrnetz, bestehend aus den Bereichen V, S und A) für das gesamte Gebäude gemeinsam berechnet werden; die Wärmeverluste werden dann den Zonen entsprechend ihrer Flächenanteile zugeordnet. Die Leitungslängen für die Beheizung von dezentralen RLT-Geräten sind wie für Warmwasserheizungsanlagen zu berechnen. Bei zentralen RLT-Geräten ist die Länge entsprechend ihrer Platzierung vorzugeben.

WENN EINE ZONE BZW. MEHRERE ZONEN DURCH MEHRERE HEIZKREISE VERSORGT WERDEN (z.B. statische Heizung und Nachheizregister für RLT-Anlage in jedem Raum), dann ergeben sich entsprechend längere Leitungen. Vorzugsweise sind in diesen Fällen die geplanten/tatsächlichen Leitungslängen zu verwenden. Eine (bei Erfordernis auch grobe) Abschätzung ist den Standardlängen vorzuziehen. Falls die Standardwerte verwendet werden sollen, sind die Längen für jeden Heizkreis in Abhängigkeit von der Geometrie (wie für einen einzelnen Heizkreis) zu ermitteln.
Wie oben ausgeführt, sind die Längen für dezentrale (raumweise) RLT-Heizregister analog zu Warmwasser-Heizkreisen zu ermitteln. Im Regelfall werden infolge unterschiedlicher Temperatur- bzw. Zeitanforderungen von der statischen Heizung getrennte Rohrleitungen verlegt. Falls das gleiche Rohrnetz verwendet wird, dann gibt es nur einen Heizkreis, eine Aufteilung ist in diesem Fall nicht erforderlich. (Bert Oschatz)

Detailabweichung vom Standardnutzungsprofil

Darf in Details von einem definierten Standardnutzungsprofil abgewichen werden (z.B. bei der Nutzungsdauer oder dem Luftwechsel)?

Antwort:

Nach Anlage 2 Nr. 2.2.2 der EnEV kann ein Nutzungsprofil individuell bestimmt werden. Dies gilt im Prinzip nur für Zonen, für die kein Nutzungsprofil in der DIN V 18599 Teil 10 beschrieben ist. Im Fall von Gebäuden, die z.B. abweichende Nutzungszeiten haben als im Standardnutzungsprofil vorgesehen, ist davon auszugehen, dass trotzdem das Standardnutzungsprofil unverändert übernommen werden soll. Siehe auch die Bemerkung in der Begründung der zur EnEV zu Anlage 2 Nr. 2.2.2: "Vorrang haben immer die Standardprofile nach Norm."

Hintergrund ist das vorrangige Ziel der EnEV, für viele Gebäude einer Nutzungsart einen energetischen Standard unter den vorgegebenen Randbedingungen zu definieren. Weniger geht es um die realistische Abbildung des konkreten Gebäudes.

Festlegung der Systemgrenze

Ein Wohngebäude (Reihenhaus), das keine thermische Trennung zwischen Wohnraum und Kellerfluren hat wird mit einer elektrischen Fußboden-heizung beheizt. Die Kellerflure sind nicht beheizt.
Wie wird nun die Systemgrenze festgelegt? Gehört der Keller aufgrund des Luftverbundes mit zur thermischen Hülle oder nicht?
Die Kellerflure haben keine Heizung und sind bestimmungsgemäß nicht zur Beheizung vorgesehen. Wenn der Keller nicht zur thermischen Hülle gehört, wo wird getrennt?

Gemäß der "Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand" des BMVBS dürfen nach Nr. 2 (Vereinfachungen beim geometrischen Aufmaß) innenliegende Treppenauf- und -abgänge zu unbeheizten Zonen übermessen werden. Entsprechend darf zur Festlegung der Systemgrenze im Fall eines offenen Kellerabgangs die Kellerdecke über den Kellerabgang durchlaufend angesetzt werden.

Welches vertikale Bezugsmaß gilt nach DIN V 18599-1 beim unteren Gebäudeabschluss, an Erdreich grenzend?

Die EnEV 2009 regelt in Anlage 1: "1.3.1  Die wärmeübertragende Umfassungsfläche A eines Wohngebäudes in m² ist nach DIN EN ISO 13789:1999-10, Anhang B, Fall "Außenabmessung", zu ermitteln. ..."
Nach dieser DIN gilt als Bezugsmaß in vertikaler Richtung immer die Oberkante der Rohdecke in allen Geschossebenen eines Gebäudes einschliesslich des unteren Gebäudeabschlusses. Eine Ausnahme bildet der obere Gebäudeabschluss, hier wird das Außenmaß bis zu Oberkante der obersten wärmetechnisch wirksamen Schicht gemessen.

Die Regelung findet sich auch in DIN V 18599. Während hier der Teil 1 den  Maßbezug grafisch unterhalb der Bodenplatte, textlich jedoch als Oberkante Rohdecke darstellt, wurde 2009 durch den Teil 100 der DIN V 18599 die Einigung auf den Maßbezug eindeutig geregelt:
"- Bezugsmaß ist die Oberkante der Rohdecke in allen Ebenen eines Gebäudes (alle Geschosse) unabhängig von der Lage der eventuell vorhandenen Dämmschicht; dies gilt auch für den unteren Gebäudeabschluss;

- die einzige Ausnahme bildet der obere Gebäudeabschluss: Hier wird die Oberkante der obersten wärmetechnisch wirksamen Schicht als Außenmaß verwendet."

Für den öffentlich-rechtlichen Nachweis nach EnEV gilt als Bezugsmaß beim unteren Gebäudeabschluss also stets die Oberkante der Rohdecke.

In einem Bürogebäude befinden sich in einem Geschoss nur Arztpraxen. Kann dieses gesamte Geschoss mit der Zone 40 (Arztpraxis) gerechnet werden?

Ein Bürogebäude mit fünf Geschossen soll energetisch bilanziert werden: In einem Geschoss befinden sich nur Arztpraxen.
FRAGE: Kann dieses gesamte Geschoss mit der Zone 40 (Arztpraxis) gerechnet werden?

ANTWORT: Im Rahmen der Nachweisführung nach Energieeinsparverordnung oder der Erstellung eines Energieausweises für ein Bestandsgebäude kann das Nutzungsprofil Nr. 40 (Arztpraxen und Therapeutische Praxen) aus DIN V 18599-100 : 2009-10 Verwendung finden.

Dieses Nutzungsprofil gilt für Behandlungs- und Untersuchungsräume
(Hauptnutzung) in Arztpraxen und Therapeutischen Praxen. Andere Nutzungen, wie Verkehrsflächen, Lagerräume etc., sind demnach separat in eigenen Zonen zu erfassen. Die Vorgehensweise ist analog zu einer Büronutzung zu sehen, wo Einzel-, Gruppen- oder Großraumbüro die Hauptnutzung darstellen und die Nebenflächen eigene Zonen erhalten.

Vereinfachungen, wie sie beispielsweise in DIN V 18599-1 Abs. 6.2 (3%-Regel) vorgesehen sind, können natürlich auch hier angewendet werden. Jedoch ist die Anwendung des vereinfachten Berechnungsverfahrens nach Anlage 2 Nr. 3 EnEV 2009 (Ein-Zonen-Modell), z. B. bei einem Ärztehaus, nicht möglich.

Wie werden Aufzugschächte, welche sich im beheizten Gebäudevolumen befinden, bei der Zonierung eingeordnet?

FRAGE: Wie werden Aufzugschächte, welche sich im beheizten Gebäudevolumen befinden, bei der Zonierung eingeordnet?

ANTWORT: Den Aufzugsschächten kann nach DIN V 18599-10, genauso wie den meist angrenzenden Fluren und Treppenräumen, das Nutzungsprofil Verkehrsflächen zugewiesen werden. Damit ist eine Zuordnung in die gleiche Gebäudezone grundsätzlich erst einmal möglich.

Der Mindestaußenluftvolumenstrom entsprechend den Richtwerten nach DIN V 18599-10 Tabelle 4 wird für Verkehrsflächen mit null angesetzt wird. Dadurch ergeben sich bei freier Lüftung die Lüftungswärmeverluste nur in Abhängigkeit der Gebäudedichtheit und des Zonenvolumens aus der Infiltration.

Ob die Flächen gleicher Nutzung auch innerhalb einer Zone bilanziert werden können, hängt im Weiteren davon ab, wie diese konditioniert sind. Für die Charakterisierung eines Raumes oder einer Raumgruppe als unbeheizt, sollten daher zwei Aspekte untersucht werden:
a.) Wie ist der Bezug der betrachteten Räume bzw. Raumgruppe nach
außen? Insbesondere für innen liegende Aufzugsschächte gilt, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche (oberer und unterer Abschluss) bezogen auf das Volumen sehr klein ist. Die Einstufung des Schachtes als unbeheizte Zone würde also die wärmeübertragende Umfassungsfläche erhöhen und somit die Transmissionswärmeverluste über die (meist) ungedämmten Schachtwände überbewerten.

b.) Besteht eine thermische Trennung zur angrenzenden beheizten Zonen?
Als  zusätzliches Kriterium kann die thermische Trennung zwischen zwei Bereichen herangezogen werden. An Trennflächen zwischen beheizten und  in beheizten Räumen werden Anforderungen an den Mindestwärmeschutz
gestellt. Wenn diese bei den Schachtwänden nicht berücksichtigt werden oder wurden, dann sind die entsprechenden Außenflächen zu dämmen und der Schacht wird Bestandteil des beheizten Volumens.

Unter Würdigung des vorgenannten ist das Zuordnen des Aufzugsschachtes in die angrenzende Verkehrsfläche als richtige Vorgehensweise zu werten.

Wie wird die Kühlung mittels Betonkernaktivierung in der DIN V 18599 berücksichtigt?

FRAGE: Ein Bürogebäude soll über Betonkernaktivierung direkt mit Grundwasser gekühlt werden. Wie kann dies in der DIN 18599 abgebildet werden, da hier nur Kühlung über Kältemaschinen zur Auswahl steht. Die EnEV sieht diese Möglichkeit ja mit einem pauschalen End-/Primärenergiebetrag pro qm vor.

ANTWORT: Leider gibt es derzeit kein vereinfachtes Verfahren zum Thema Grundwasserkühlung in der DIN V 18599. Jedenfalls ist es nicht beschrieben. Sie können jedoch (nach Norm) folgendermaßen vorgehen: Die Kühlfunktion mit den entsprechenden Systemtemperaturen (z.B. 12-16°C) berechnen, die entsprechende Wasserhydraulik aufbauen (zur Bewertung der Stromaufwände für die Verteilung) und ohne Kältemaschine berechnen. Also die Kreise, Systemtemperaturen und Widerstände entsprechend zusammenstellen und ohne Kältemaschine berechnen.

Die Norm sieht diese Möglichkeit vor. Ersatzweise können Sie mit einer Kältemaschine rechnen und die Kaltwassersysteme analog aufbauen. Dann nach der Berechnung den Stromaufwand für den Kompressor abziehen.
Die pauschalen Zuschlagswerte in der EnEV beziehen sich nur auf die Wohngebäude und können für Bürogebäude nicht verwendet werden.

Berechnungen BHKW (KWK-Anlage) nach DIN V 18599 Teil 9

Darf ich ein BHKW als zentrales Heizsystem einsetzen oder ist es immer als "Nah-/Fernwärme"-System zu betrachten?

In einem BHKW wird ein Brennstoff verbrannt und damit werden Strom und Wärme erzeugt (Kraft-Wärme-Kopplung – KWK), außerdem treten Wärmeverluste auf. Aus Sicht der Gebäudebewertung gibt es zwei Möglichkeiten:

A) Bilanzierung von Brennstoff, Wärme- und Stromerzeugung (Verfahren A der DIN V 18599-9:2011)

B) Bilanzierung der vom BHKW gelieferten Wärmemenge mit einem zugehörigen Primärenergiefaktor (Verfahren B der DIN V 18599-9:2011)

Verfahren A ist z.B. für eine Wirtschaftlichkeitsbewertung erforderlich. Aus Sicht der EnEV hat man dann allerdings das Problem, dass der erzeugte KWK-Strom zu bewerten ist. Um diese Frage zu umgehen und eine Gleichbehandlung von KWK innerhalb des Gebäudes und externer KWK in einem Wärmenetz (auch hier wird die gesamte erzeugte Strommenge angerechnet) zu erreichen, fordert die EnEV verbindlich die Anwendung des Verfahrens B für Energieausweise.

Das Verfahren B ist thermodynamisch mit einem Nah- oder Fernwärmesystem vergleichbar, hier werden ebenfalls Brennstoffe eingesetzt, es wird meist Strom und Wärme erzeugt, es treten Verluste auf.

Die Berechnung des Primärenergiefaktors der Wärme aus dem BHKW erfolgt mit der sogenannten Stromgutschrift-Methode. Dabei wird für jede erzeugte kWh BHKW-Strom eine primärenergetische Gutschrift von 2,8 kWh von der insgesamt für den Betrieb des BHKW aufzuwendenden Primärenergie abgezogen. Die Gutschrift erfolgt unabhängig davon, ob der Strom im Gebäude selbst verbraucht oder ins Netz eingespeist wird.

Der Strom aus dem BHKW wird in der EnEV-Bilanz also bereits im Primärenergiefaktor der Wärme berücksichtigt und darf nicht noch einmal angerechnet werden, unabhängig davon, ob er im Gebäude verbraucht oder eingespeist wird.

Bilanzierung einer Brennstoffzellenheizung

Wie bilanziere ich eine Brennstoffzellenheizung nach DIN V 4701 oder DIN V 18599?

Eine Bilanzierung von Brennstoffzellen ist mit den in der EnEV aktuell in Bezug genommenen Normen DIN V 4701-10:2003 und DIN V 18599: 2011 nicht möglich. Der grundsätzliche Bewertungsansatz für KWK-Systeme (Stromgutschriftmethode) gilt jedoch auch für Brennstoffzellen.

Die Lücke füllt gegenwärtig die DIN SPEC 32737 „Energetische Bewertung gebäudetechnischer Anlagen –Brennstoffzellen“ vom Dezember 2014. Mit dieser Norm lässt sich der für die EnEV-/KfW-Berechnung erforderliche Primärenergiefaktor einer Brennstoffzellenheizung in Wohngebäuden bestimmen. Weiterhin werden Deckungsanteile sowie Erdgasbedarf und erzeugte Strommenge ermittelt.

Die KfW führt zur Zulässigkeit der DIN SPEC für KfW-Nachweise in ihren Technischen FAQ Nr. 5.38 aus:

„Nach DIN V 4701-10: 2003-08 und DIN V 18599: 2011-12 können Brennstoffzellen-Heizgeräte nicht bewertet werden. Die energetische Bewertung von Brennstoffzellen im Rahmen der EnEV kann nach DIN SPEC 32737: 2014-12 "Energetische Bewertung gebäudetechnischer Anlagen - Brennstoffzellen" erfolgen. Das Bewertungsverfahren nach DIN SPEC 32737 gilt für wärmegeführt betriebene Brennstoffzellen mit einer thermischen Leistung zwischen 0,3 kW und 5 kW“.

Zum Berechnungsansatz der DIN SPEC gibt es ein Exceltool, welches kostenlos auf der Webseite der Initiative Brennstoffzelle (http://www.IBZ-info.de) heruntergeladen werden kann. Neben dem Berechnungsansatz enthält das Exceltool auch die erforderlichen Kennwerte für die marktgängigen Brennstoffzellen.

Der Berechnungsansatz der DIN SPEC ist in die Neufassung 2016 der DIN V 18599 übernommen worden, diese wird jedoch erst mit einer Novellierung des Energiesparrechts für den öffentlich-rechtlichen Nachweis anwendbar.

Abweichende Energiebezugsflächen in der EnEV und in der DIN V 18599.

FRAGE: Abweichend von der EnEV wird in der DIN V 18599 als Energiebezugsfläche grundsätzlich die Nettogrundfläche ANGF verwendet. Für die Ermittlung des Nutzwärmebedarfs für TW und interne Wärmequellen in Wohngebäuden ist der Flächenbezug nach DIN V 18599 jedoch die Wohnfläche. Müssen die in DIN 18599-10, Tabelle 3 angegebenen Randbedingungen für Wohngebäude auch mit einem Faktor auf ANGF umrechnet werden? Sie beziehen sich auf die Wohnfläche und nicht auf ANGF?

Wenn ja, welcher Umrechnungsfaktor ist anzusetzen?

ANTWORT: Wie Sie richtigerweise ausführen, wird in DIN V 18599 als Energiebezugsfläche grundsätzlich die Nettogrundfläche verwendet. In DIN V 18599-10 ist in Tabelle 3 beim Nutzwärmebedarf Trinkwarmwasser und bei den internen Wärmequellen der Bezug auf die beheizte Wohnfläche angegeben.

Für die Verwendung der Tabellenwerte im Berechnungsverfahren ist eine Umrechnung vorzunehmen, die den Bezug auf die Nettogrundfläche A_NGF herstellt. Bei bekannter Nutzfläche kann diese direkt in Ansatz gebracht werden.

Vereinfacht kann die Umrechnung über Nettogrundfläche = 1,1 * beheizte Wohnfläche erfolgen.

Energieausweis für ein gekühltes Wohngebäude

Für ein Gebäude, das mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit aktiver Kühlfunktion ausgestattet ist, soll ein Energieausweis erstellt werden. Ist in diesem Fall eine Bilanzierung nach DIN V 18599 vorgeschrieben?

Nach EnEV Anlage 1 Nummer 2.1.1 ist der Jahres-Primärenergiebedarf Qp für Wohngebäude nach DIN V 18599: 2011-12 zu ermitteln und kann nach Nummer 2.1.2 für Wohngebäude, die nicht gekühlt werden, alternativ nach DIN V 4108-6 und DIN V 4701-10 ermittelt werden.

D.h. für Wohngebäude, die gekühlt werden, darf das Berechnungsverfahren nach DIN V 4108-6 und DIN V 4701-10 nicht angewendet werden.