Kontakt

Sie sind Architekt, Ingenieur, Energieberater oder Handwerker und haben Fragen zu EnEV, Energieausweis, Bilanzierung o.ä.?

Rufen Sie uns an:
Peter Pannier / Diana Siegert
Mo & Do 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr
Tel.: 030-66 777-881
Oder schreiben Sie uns eine Nachricht mit Ihrer Frage per Kontaktformular.

Endverbraucher wenden sich bitte an die regionalen Energieagenturen oder die Verbraucherzentralen.

Energieeinsparverordnung (EnEV)


Ab wann und für welche Gebäude gilt die EnEV 2014?

Die EnEV 2014 ist am 1. Mai 2014 in Kraft getreten. Die Übergangsvorschriften werden im § 28 der EnEV geregelt.

Neubauten und genehmigungspflichtige Sanierungen: Vergleichbar zu der EnEV 2014 und den vorherigen Verordnungen ist bei Neubauten das Datum des Bauantrags entscheidend. Wurde der Bauantrag bis einen Tag vor Inkrafttreten der neuen Verordnung gestellt, so kann noch die EnEV 2009 angewendet werden.

Bezüglich der verschärften Anforderungen, welche seit 1.Januar 2016 gelten, ist analog zu verfahren.

Der Zeitpunkt der Ausführung ist dann irrelevant, es sei denn die Planung ändert sich und es muss ein neuer Antrag gestellt werden. Bei lediglich anzeigepflichtigen Vorhaben ist entsprechend der Zeitpunkt der Bauanzeige entscheidend

Bestand: Bei Sanierungen, die keiner Meldung an die Baubehörde bedürfen (z.B. Dach- oder Fassadendämmung), ist der Zeitpunkt der Bauausführung entscheidend.

Energieausweise: Energieausweise für Neubau und Bestand müssen ab dem Tag des Inkrafttretens der EnEV 2014 dem neuen, leicht geänderten Musterformular entsprechen.

Wie wird ein Wohn-/Nichtwohngebäude definiert?

Energieausweise sind nach § 17 (3) und § 22 getrennt für Wohngebäude und Nichtwohngebäude zu erstellen. Welche Gebäude zu den Wohngebäuden zählen, ist in § 2 EnEV definiert.

Demnach sind dies Gebäude, die nach ihrer Zweckbestimmung überwiegend dem Wohnen dienen, einschließlich:

  • Wohnheime,
  • Altenheime und
  • Pflegeheime sowie ähnliche Einrichtungen.

Alle anderen Gebäude zählen zu den Nichtwohngebäuden. Insbesondere auch:

  • Hotel, Jugendherberge
  • Justizvollzugsanstalt
  • Kasernen
  • Krankenhäuser

Weitere Hinweise, welche Gebäude zu den Nichtwohngebäuden gehören, geben die Bekanntmachung der Regeln für Energieverbrauchswerte und der Vergleichswerte im Nichtwohngebäudebestand [pdf].

Was ist bei einer Nutzungsänderung eines Gebäudes zu beachten?

Ein Nichtwohngebäude soll in Wohnraum umgebaut/umgenutzt werden. Bestehen seitens der EnEV einzuhaltende Vorgaben?

Bei der reinen Nutzungsänderung ohne bauliche Änderung von bislang bereits beheizten Räumen stellt die EnEV keine Anforderungen. Erst wenn im Zuge der Umnutzung Änderungen an wärmeübertragenden Bauteilen durchgeführt werden, dann bestehen Anforderungen durch § 9 Absatz 1 an
die geänderten Außenbauteile.

Eine entsprechende Kommentierung finden Sie in der Auslegung zur EnEV Nr. XX-3 zur Nutzungsänderung und Umbau von Gebäuden hier: http://tinyurl.com/Auslegung-XX-3-Umnutzung

Ist eine Einliegerwohnung eine seperate Wohnung?

Ja. Ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung wird behandelt wie ein Haus mit zwei Wohneinheiten.

Unternehmererklärung

Ein Unternehmen, das bestimmte Arbeiten an einem bestehenden Gebäude durchgeführt hat, muss nach EnEV zur Dokumentation der ausgeführten Arbeiten der Bauherrschaft bzw. dem Eigentümer einen privaten Nachweis ausstellen. Wie sieht diese sogenannte Unternehmererklärung aus? Und muss - z. B. im Falle eines Generalunternehmers - jedes Gewerk einzeln eine Bescheinigung abgeben?

Laut § 26 a der EnEV hat eine Firma, die bestimmte Arbeiten an Gebäuden durchführt, "dem Eigentümer unverzüglich nach Abschluss der Arbeiten schriftlich zu bestätigen, dass die von ihr geänderten oder eingebauten Bau- oder Anlagenteile den Anforderungen dieser Verordnung entsprechen (Unternehmererklärung)."

Der Gesetzgeber hat bewusst auf bestimmte Formvorgaben wie Formulare verzichtet, um ein einfaches Verfahren zu ermöglichen. In der Begründung zur EnEV wird sogar darauf hingewiesen, dass die Unternehmererklärung auch einfach formlos auf der Rechnung oder dem Lieferschein erfolgen kann. Wichtig ist, dass die AUSFÜHRENDE Firma die Erklärung abgibt. Führt ein GU mehrere Arbeiten selbst aus, so hat er auch für jede Arbeit die Erklärung abzugeben.

Ob im Falle verschiedener EnEV-relevanter Facharbeiten die Erklärung auf einem Blatt oder auf einzelne Blätter verteilt geschieht, ist für die Erfüllung der EnEV irrelevant. Da in einigen Bundesländern die Vorlage einer Unternehmererklärung schon länger Pflicht ist, gibt es auch Formulare dazu. Z.B. hat NRW eine Umsetzungsverordnung zur EnEV erlassen und in Anlage 2 eine Unternehmererklärung dargestellt.

LINK: https://recht.nrw.de

Sanierung von Außenwänden (Bagatellgrenze) - EnEV §9

Die Eigentümer eines Altbaus möchten die Süd- und Westfassade dämmen lassen. Die Nordfassade wurde vor fünf Jahren ohne Dämmung Instand gesetzt: es erfolgten eine Ausbesserung des Wandputzes in kleinen Flächen und ein komplett neuer Anstrich. Jetzt soll die Süd- und Westfassade gedämmt werden, die größer ist als 10 % der gesamten Bauteilfläche. Muss nun nach EnEV §9 (3) auch die Nordfassade gedämmt werden?

Wie die Bagatellregel zu verstehen ist, soll am Beispiel der Fenster erklärt werden: Bei einem Haus mit elf gleichgroßen Fenstern möchte der Hauseigentümer eines austauschen. Damit würden 9 % der Fensterfläche (< 10 % = Bagatellgrenze) saniert und die EnEV würde keine Anforderungen an die Qualität des Fenster stellen. Hätte das Haus aber nur insgesamt neun Fenster, wären beim Austausch von einem Fenster 11 % der Fensterfläche betroffen. Der Hauseigentümer müsste die Anforderungen der EnEV für das auszutauschende Fenster erfüllen. Die restlichen Fenster bleiben unberührt.

Wenn also im beschriebenen Fall die Süd- und Westfassade saniert werden, müssen diese die Anforderungen der Tabelle 1, Anlage 3 der EnEV einhalten, da die Bauteilfläche (Süd- und Westfassade ) die Bagatellgrenze von 10 % für die gesamte Bauteilfläche Außenwand überschreitet. Die Nordfassade muss jedoch nicht saniert werden, wenn keine der Maßnahmen nach Abschnitt 1 der Anlage 3 daran durchgeführt werden.

Sanierung einer Giebelwand (Bauteilverfahren) - EnEV §9

Ich habe eine Giebelwand zu Sanieren-(VWS). Muss ich beim Nachweis(Bauteilverfahren )die EnEV-Forderung von 0,24 W/m²*K eingehalten zu haben, den pauschalen Wärmebrückenfaktor von 0,10 in meiner Berechnung berücksichtigen? Oder reicht der Nachweis das die sanierte Wand einen U-Wert von 0,24 W/m²*K hat?

Werden Außenbauteile eines bestehenden Gebäudes geändert, so regelt die EnEV § 9 Absatz 1:

"(1) Änderungen im Sinne der Anlage 3 Nummer 1 bis 6 bei beheizten oder gekühlten Räumen von Gebäuden sind so auszuführen, dass die in Anlage 3 festgelegten Wärmedurchgangskoeffizienten der betroffenen Außenbauteile nicht überschritten werden..."

Entsprechend ist im von Ihnen beschriebenen Fall für die geänderte Außenwand (lediglich) der Nachweis zu führen, dass der in Anlage 3 Tabelle 1 Zeile 1 festgesetzte Höchstwert des Wärmedurchgangskoeffizienten Umax = 0,24 W/(m² K) nicht überschritten wird.

Sanierung einer Turnhalle (Innentemperatur 18°C) - EnEV §9

Eine Fassade einer Turnhalle soll energetisch saniert werden. Es soll ein WDVS aufgebracht und die Fenster und Außentüren sollen ausgetauscht werden. Welche EnEV-Anforderungswerte sind hier für die Wärmedurchgangskoeffizienten der Außenwand, der Fenster und der Außentüren maßgeblich? Nach Auskunft des Fachplaners für die Heizungsanlage ist die planmäßige Innentemperatur 18°C.

Die Anforderungen an die Änderung bestehender Gebäude sind in §9 sowie in Anlage 3 der EnEV geregelt. Der Nachweis der Einhaltung der EnEV-Anforderungen kann bei den von Ihnen beschriebenen Maßnahmen über das Bauteilverfahren und die Anforderungswerte der Anlage 3 Tabelle 1 geführt werden. Die Tabelle enthält U-Werte für die zu sanierenden Bauteile die zum einen für "Wohngebäude und Zonen von Nichtwohngebäuden mit Innentemperaturen ≥19 °C" und zum anderen für "Zonen von Nichtwohngebäuden mit Innentemperaturen von 12 bis < 19 °C" vorgegeben werden.

Ausschlaggebend für die Einstufung einer Gebäudezone als normal oder niedrig beheizte Zone und damit auch für die Höhe der U-Wert-Anforderung im Bauteilverfahren ist nach meiner Auffassung nicht die geplante Raum-Solltemperatur für den Heizfall, sondern die nach DIN V 18599, Teil 10 für die jeweilige Nutzung im Standardnutzungsprofil vorgegebene Raum-Solltemperatur für den Heizfall, die auch bei einer energetischen Bilanzierung des Gebäudes nach EnEV zu verwenden ist.

Diese Raum-Solltemperatur Heizung beträgt nach Tabelle 5 aus DIN V 18599-10 für Turnhallen (Nutzungsprofil Nr. 31) 21°C. Demnach ist eine Turnhalle als normal beheizte Zone anzusehen, auch wenn die tatsächliche oder geplante Nutzung eine geringere Beheizung vorsieht. Ein Ansatz als "niedrig beheizte Zone" mit einer Raum-Solltemperatur <19° C ist demnach regelmäßig nur für folgende Nutzungen zulässig:

§  Gewerbliche und industrielle Hallen - schwere Arbeit

§  Gewerbliche und industrielle Hallen - mittelschwere Arbeit

§  Lagerhallen, Logistikhallen

Zudem erlaubt Anlage 2 Nummer 2.1.8 der EnEV, abweichend von DIN V 18599-10 bei Zonen der Nutzungen 5 bis 7, 18 bis 20 und 24 von einer "Raum-Solltemperatur Heizung" von 17 Grad Celsius auszugehen, soweit die tatsächlichen Nutzungsbedingungen dies nahelegen.

Nachweis bei Anbau mit über 50 m² Nutzfläche - EnEV §9

Muss bei einem Anbau mit über 50 m² Nutzfläche der EnEV-Nachweis wie bei einem Neubau nach dem Referenzgebäudeverfahren erfolgen?

Für den jeweiligen Nachweis ist zunächst zu unterscheiden, ob ein neuer Wärmeerzeuger eingebaut wird oder nicht.

Die EnEV regelt in §9 Absatz 4 die Anforderungen für Fälle in denen kein neuer Wärmeerzeuger eingebaut wird sowie für Fälle in denen die hinzukommende zusammenhängende Nutzfläche maximal 50 m² beträgt. In diesem Fall ist der Nachweis zu führen, dass für die Außenbauteile des neuen Gebäudeteils die in Anlage 3 festgelegten Höchstwerte für die Wärmedurchgangskoeffizienten eingehalten werden.

Wird aber ein neuer Wärmeerzeuger eingebaut und beträgt die hinzukommende zusammenhängende Nutzfläche dabei mehr als 50 m², so ist nach Regelung des Absatz 5 für den neuen Gebäudeteil ein Nachweis nach § 3 bzw. § 4 der EnEV2014 zu führen.

Dabei ist nachzuweisen, dass dieser Gebäudeteil die Anforderungen der EnEV an Neubauten nach §3
(Jahresprimärenergiebedarf und H'T-Wert) einhält. Ein reiner Nachweis der U-Werte gemäß Referenzgebäudeausstattung (nach Anlage 1, Tabelle 1.2) ist nicht ausreichend.
Zudem ist die Einhaltung des sommerlichen Wärmeschutzes nachzuweisen.

 

 

Kommt bei einem Anbau mit über 50 m² Nutzfläche das EEWärmeG zur Anwendung?

Anforderungen an einen Neubau gelten ab 50 m² Nutzfläche. Für bestehende Gebäude besteht diese Pflicht nicht, bei öffentlichen Gebäuden besteht unter bestimmten Voraussetzungen eine Nutzungspflicht nach §3 Abs. 2 des EEWärmeG.

 

 

Bestehen beim Kauf/Verkauf eines Wohnhauses Anforderungen an die EnEV? (Nachrüstverpflichtungen)

Ein komplett ungedämmtes Dreifamilienhaus soll verkauft werden. Welche Anforderungen bezüglich Dämmung kommen auf die Käufer zu? Was geschieht, wenn die neuen Eigentümer ihrer Verpflichtung nicht nachkommen?

Es gibt laut EnEV §10 drei so genannte Nachrüstpflichten, die ohne weiteren Anlass durchgeführt werden müssen, bzw. seit dem 31.12.2015 abgeschlossen sein müssten:

1. Zugängliche oberste Geschossdecken, die einen beheizten Raum von einem unbeheizten Dachraum abtrennen, müssen gedämmt sein, wenn sie nicht den Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 entsprechen. Alternativ kann das darüberliegende, bislang ungedämmte Schrägdach gedämmt werden. Diese Anforderung gilt seit 1. Januar 2016.  

2. Ungedämmte Heizungs- und Warmwasserleitungen, die durch den Keller oder sonstige unbeheizte Räume gehen, sind zu dämmen.

3. Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden, dürfen nach Ablauf von 30 Jahren nicht mehr betrieben werden. Ausgenommen davon sind Niedertemperatur- oder Brennwertkessel.

Bei selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern müssen diese Nachrüstverpflichtungen jedoch erst nach einem Verkauf des Gebäudes umgesetzt werden. Der neue Eigentümer hat dazu 2 Jahre Zeit. Die Umsetzung der beiden erstgenannten Pflichten (Heizkessel und Leitungen) wird nach §26b der EnEV durch den Schornsteinfeger kontrolliert.

Diese Maßnahmen haben sich als durchweg wirtschaftlich erwiesen. Ausnahmen bestehen für selbstgenutzte Einfamilienhäuser (auch inkl. Einliegerwohnung). Nach Eigentümerwechsel ist der neue Eigentümer verpflichtet, innerhalb der ersten zwei Jahre nach Eigentumsübergang die Maßnahmen durchzuführen.

Die Nichterfüllung dieser Pflichten verstößt gegen die EnEV, ist jedoch nicht nach § 27 ordnungswidrig.

Weitere Anforderungen werden erst dann gestellt, wenn Änderungen an der Gebäudehülle durchgeführt werden. Sollen z. B. die Fenster ausgetauscht werden, so muss der U-Wert der neuen Fenster 1,30 W/(m²K) oder weniger betragen. Ähnliches gilt für Außenwände, Dach, Kellerdecken. Die zulässigen Höchstwerte sind der EnEV, Anlage 3 Tabelle 1 zu entnehmen.

Kann im Falle der Dämmung einer obersten Geschossdecke und der Dämmung der über dem unbeheizten Dachraum liegenden Dachschrägen ein kombinierter U-Wert berechnet werden?

Zwar lassen sich U-Werte über unbeheizte Räume in Abhängigkeit der U-Werte aller Bauteile mit der DIN EN ISO 13789 berechnen (Abschnitt 6, Spezifischer Transmissions-wärmedurchgangskoeffizient durch unkonditionierte Räume), jedoch verpflichtet die EnEV den Eigentümer eines Gebäudes ausdrücklich auf einen bestimmten U-Wert der obersten Geschossdecke.

Alternativ kann auch das darüber liegende Dach gedämmt werden. Die Pflicht kommt jedoch nur dann zum Tragen, wenn es sich um  eine gänzlich ungedämmte oberste Geschossdecke handelt. Wurden irgendwann auch nur wenige Zentimeter Dämmung eingebracht, so muss nicht nachträglich gedämmt werden. Ist sie jedoch völlig ungedämmt, dann muss eine begehbare oberste Geschossdecke tatsächlich bis Ende 2011 gedämmt werden (nicht begehbare bereits seit 2008).

Es erscheint unwahrscheinlich, da teurer, dass ein Eigentümer zur Erfüllung der Pflicht sowohl die OG als auch das Dach dämmen will.

Dämmung der obersten Geschossdecke: welcher Zeitraum ist nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot maßgebend?

FRAGE: Für die nachträgliche Dämmung der obersten Geschossdecke ist nach EnEV die Wirtschaftlichkeit maßgebend. Wann ist die Wirtschaftlichkeit dieser Maßnahme nicht gegeben?

ANTWORT: Gemäß §25 EnEV können nachträgliche Maßnahmen an Gebäuden, welche  zu einer unbilligen Härte führen, auf Antrag von der Pflicht auf Erfüllung von der Verordnung befreit werden.

Unabhängig von §25 EnEV "Befreiungen", beinhaltet §10 EnEV "Nachrüstungen bei Anlagen und Gebäuden", bereits eine eigene Regelung durch Absatz 5, nach der die Pflicht zur Erfüllung der Anforderungen des § 10 nicht besteht:

§10 Nachrüstung bei Anlagen und Gebäuden (5): "Die Absätze 2 bis 4 sind nicht anzuwenden, soweit die für die Nachrüstung erforderlichen Aufwendungen durch die eintretenden Einsparungen nicht innerhalb angemessener Frist erwirtschaftet werden können."

Die EnEV untersteht dabei dem Wirtschaftlichkeitsgebot des § 5 Abs. 1 EnEG, nach dem die aufgestellten Anforderungen wirtschaftlich vertretbar sein müssen. Dies ist dann der Fall, wenn den Kosten für eine geforderte Maßnahme solche Einsparungen an Kosten für Energie gegenüberstehen, dass sich die Maßnahme für den Betreiber eines Gebäudes wieder amortisiert. Dabei sollten die aufgebrachten Kosten durch Einsparung von Energiekosten "innerhalb angemessener Frist" wieder erwirtschaftet werden können.

Die EnEV hat dabei nicht festgelegt, welche Frist hier als angemessen anzunehmen ist. Ein Zeitraum von 30 Jahren aber wird als deutlich unangemessen anzusehen sein. In der bisherigen Rechtsprechung, wie beispielsweise zu Sanierungsbeschlüssen in Wohnungseigentümer-gemeinschaften, wurde von einem maximalen Zeitraum von etwa 10 Jahren ausgegangen, welcher als angemessene Frist auch entsprechend angesetzt werden kann.

 

Anforderungen bei Erneuerung der Dachhaut

FRAGE: Muss im Zuge der Neueindeckung eines Schrägdaches mit Dachziegeln eine Erneuerung der Dämmung des Daches bzw. der obersten Geschossdecke erfolgen?

Bei einer Dacherneuerung müssen Sie die EnEV erfüllen, wenn alle Schichten der Dachhaut erneuert werden. Werden hingegen nur die Dachziegel ersetzt gilt die Verpflichtung einer Dämmung nicht.

Erstellung eines Lüftungskonzeptes gemäß DIN 1946-6 bei Neubau

FRAGE: Ist für den Neubau eines Einfamilienhauses die Erstellung eines Lüftungskonzeptes gemäß DIN 1946-6 vorgeschrieben?

Gemäß EnEV §6 Absatz 2 sind zu errichtende Gebäude so auszuführen, dass der zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluftwechsel sichergestellt ist. In der DIN 4108-2, einer bauaufsichtlich eingeführten Norm, sind unter Punkt 4.2.3 weitere Hinweise zum Mindestluftwechsel angegeben.

Zur Feststellung, ob ein ausreichender Luftwechsel sichergestellt ist, kann ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 erstellt werden. Diese Norm bietet hierbei Planern und Handwerkern Rechtssicherheit in der Feststellung, ob lüftungstechnische Maßnahmen zur Sicherstellung des Feuchteschutzes erforderlich sind.

Ein Lüftungskonzept können Fachleute erstellen, die in der Planung, der Ausführung oder der Instandhaltung von lüftungstechnischen Anlagen oder in der Planung und Modernisierung von Gebäuden tätig sind.

Lüftungskonzepte sind nach DIN 1946-6 bei folgenden Maßnahmen zu erstellen:

  • Errichtung von Wohngebäuden
  • luftdichte Sanierung bestehender Wohngebäude, z. B. Austausch von mindestens einem Drittel der Fensterflächen oder Erneuerung von mindestens einem Drittel der Luftdichtheitsebene im Dach eines Einfamilienhauses

Gebäude mit öffentlichen Dienstleistungen

FRAGE: Welche Gebäude zählen zu Gebäuden mit öffentlichen Dienstleistungen?

Die Aushangverpflichtung von Energieausweisen in Gebäuden, in denen Behörden und sonstige Einrichtungen öffentliche Dienstleistungen erbringen, soll die besondere Pflicht der öffentlichen Hand hervorheben und deren Vorbildfunktion unterstreichen. Für die genannten Gebäude muss ein Energieausweis auch ohne Vermietung oder Verkauf der Immobilie erstellt werden und an einer gut sichtbaren Stelle ausgehängt werden.

Typische Gebäude mit öffentlichen Dienstleistungen sind:

  • Rathäuser,
  • Sozialämter,
  • Arbeitsagenturen,
  • Schulen,
  • Universitäten, etc.

Mit "sonstigen Einrichtungen", die öffentliche Dienstleistungen erbringen, sind nach Angabe der Europäischen Kommission nur privatisierte, ehemals öffentlich-rechtliche Einrichtungen gemeint.

Kaufhäuser, Einzelhandelsgeschäfte, Bankgebäude und ähnliche Gebäude sind hier nicht gemeint. Ebenfalls nicht gemeint sind Gebäude für Besichtigungszwecke, wie Museen und Kulturdenkmäler. Auch Gebäude, die für die Nutzung durch Dritte bereit gestellt werden –wie zum Beispiel Turnhallen, die von Vereinen genutzt werden – fallen nicht unter die Aushangpflicht.

Was bedeutet angemessene Frist nach §10 Abs.5

Im §10 Abs.5 -Nachrüstung bei Anlagen und Gebäuden- der EnEV 2014 wird davon gesprochen, dass wenn die Aufwendungen bei Nachrüstungen durch die eintretenden Einsparungen nicht innerhalb angemessener Frist erwirtschaftet werden können, Nachrüstverpflichtungen nicht erfüllt werden müssen. Wie kann diese angemessene Frist zeitlich definiert werden?

Der Begriff "angemessene Frist" für Befreiungsanträge bei Maßnahmen im Gebäudebestand ist in der EnEV nicht näher definiert. Als längste Frist wäre die zu erwartende Restlebensdauer des betroffenen Bau- oder Anlagenteils anzusehen, die z.B. aus folgenden Quellen ermittelt werden kann:
Publikation "Lebensdauer von Bauteilen und Bauteilschichten"
(Info-Blatt Nr. 4.2, Herausgeber: Kompetenzzentrum "Kostengünstig qualitätsbewusst Bauen" im Institut für Erhaltung und Modernisierung von Bauwerken e.V. an der TU Berlin)
und für die Anlagentechnik VDI 2067 - Wirtschaftlichkeit gebäudetechnischer Anlagen

In der Rechtsprechung wurde bereits mehrmals ein Zeitraum von 10 Jahren als angemessene Frist angesetzt (z.B. Landgericht München I, Beschluss vom 8.12.2007, Az: 1 T 15543/05; Abruf-Nr. 103898). Dieser Zeitraum wird inzwischen auch in §11 der Heizkostenverordnung genannt. Aktuellere Entwicklungen zu diesem Thema sind nicht bekannt.
In der Praxis kann die angemessene Frist bei Befreiungsanträgen für Maßnahmen im Gebäudebestand von den nach Landesrecht zuständigen Behörden sehr unterschiedlich angesetzt werden. Da es in den meisten Kommunen keine Vorgaben zur Beurteilung solcher Befreiungsanträge gibt, kann man sicherlich versuchen, die zuständigen Entscheider mit einer plausiblen Begründung von der Angemessenheit der angesetzten "angemessenen Frist" zu überzeugen.

Luftdichheitsüberprüfung für gesamte Gebäude oder für einzelne Wohnungen

FRAGE: Ist gemäß § 6 EnEV für das gesamte Gebäude die Messung der Luftdichtheit zwingend erforderlich oder ist grundsätzlich die Messung einzelner Wohnungen zulässig?

Die DIN EN 13829 beschreibt die Messart (Druckdifferenzmessung), deren Ablauf sowie Anforderung und die Messverfahren. Messung einzelner Gebäudeteile oder Zonen ist nach DIN EN 13829 möglich. Die DIN EN 13829 legt den Messumfang nur dann fest, wenn er in nicht in der anzuwendenden Rechtsvorschrift festgelegt ist. Wie Sie richtig festgestellt haben, muss im Sinne der EnEV das gesamte Gebäude gemessen werden, da diese den Messumfang als Wärmeübertragende Umfassungsfläche festlegt. Es ist in der EnEV nicht festgelegt, dass die Gebäudehülle in einer Messung oder abschnittsweise überprüft werden muss. Damit ist es ist zulässig, einzelne Gebäudeteile zu messen. Auch bei dieser Methode müssen für den Nachweis der Luftdichtheit nach EnEV alle Gebäudeteile gemessen werden. Dann muss jedoch das Gesamtergebnis der Messungen als gewichteter Mittelwert der Einzelmessungen ausgegeben werden. (Anmerkung: Die Division der n50-Summen durch die Anzahl der gemessenen Bereiche ist nicht korrekt!)Abschnittsweise Messungen ist bei kleineren Objekten (<4000m³) und deren Räume alle im Luftverbund stehen nicht zu empfehlen. Bei der abschnittsweisen Messung fließen auch interne Leckagen (z.B. zwischen den einzelnen Messabschnitten) in das Ergebnis mit ein. Diese verschlechtern den tatsächlichen n50 Messwert des Gebäudes.

Sollten abschnittsweise Messung vorgenommen werden und das Gesamtergebnis liegt deutlich unter dem Anforderungswert können Sie jedoch davon ausgehen, dass die tatsächliche Luftwechselrate des Gebäudes mindestens dem Gesamtergebnis entspricht.

Abweichende Energiebezugsflächen in EnEV und DIN V 18599

FRAGE: Abweichend von der EnEV wird in der DIN V 18599 als Energiebezugsfläche grundsätzlich die Nettogrundfläche ANGF verwendet. Für die Ermittlung des Nutzwärmebedarfs für TW und interne Wärmequellen in Wohngebäuden ist der Flächenbezug nach DIN V 18599 jedoch die Wohnfläche. Müssen die in DIN 18599-10, Tabelle 3 angegebenen Randbedingungen für Wohngebäude auch mit einem Faktor auf ANGF umrechnet werden? Sie beziehen sich auf die Wohnfläche und nicht auf ANGF?

Wenn ja, welcher Umrechnungsfaktor ist anzusetzen?

ANTWORT: Wie Sie richtigerweise ausführen, wird in DIN V 18599 als Energiebezugsfläche grundsätzlich die Nettogrundfläche verwendet. In DIN V 18599-10 ist in Tabelle 3 beim Nutzwärmebedarf Trinkwarmwasser und bei den internen Wärmequellen der Bezug auf die beheizte Wohnfläche angegeben.

Für die Verwendung der Tabellenwerte im Berechnungsverfahren ist eine Umrechnung vorzunehmen, die den Bezug auf die Nettogrundfläche A_NGF herstellt. Bei bekannter Nutzfläche kann diese direkt in Ansatz gebracht werden.

Vereinfacht kann die Umrechnung über Nettogrundfläche = 1,1 * beheizte Wohnfläche erfolgen.

Hydraulischer Abgleich

FRAGE: Muss ein hydraulischer Abgleich im Zuge einer energetischen Sanierung durchgeführt werden, wenn kein Kesseltausch, sondern nur die Aufrüstung einer Solarthermieanlage, sowie eine Leitungsdämmung erfolgt?

 

Die Energieeinsparverordnung selbst verlangt den hydraulischen Abgleich nicht. Die einschlägigen Normen DIN V 4701-10 und DIN V 18599-5, auf die die EnEV verweisen, gehen davon aus, dass bei neuen Heizungsanlagen der hydraulische Abgleich durchgeführt wurde.

Die VOB/C, also die "Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen" sehen den hydraulischen Abgleich bei der Ausführung von Heizungsanlagen vor. Logischerweise ist dieser bei der Ausführung von folgenden Leistungen durchzuführen:

- Einbau von zusätzlicher Wärmeabgabe (z.B. Heizkörpern) inkl. Verteilung.
- Einbau einer neuen Heizkreispumpe
- Einbau eines neuen (hauptsächlichen) Wärmeerzeugers (Kessel oder Wärmepumpe), vor allem wenn kein Pufferspeicher und keine hydraulische Weiche vorhanden ist.

Die Empfehlung, ein Haus nur durch eine hydraulische abgeglichene Anlage zu beheizen, geben wir grundsätzlich. Dies ist aber unabhängig von Ihrer derzeit durchgeführten Sanierung zu sehen.

Luftdichtheitsprüfung

FRAGE: In welchen Fällen muss eine Luftdichtheizprüfung (Blower-Door-Test) durchgeführt werden? Kann man auch nur Teile eines großen Gebäudes überprüfen, wenn der Aufwand zu groß ist?

Die Prüfung der Luftdichtigkeit ist laut EnEV grundsätzlich freiwillig. Soll allerdings bei der Bilanzierung des Gebäudes eine verbesserte Luftwechselrate angerechnet werden, so ist die Luftdichtheitsprüfung eine Voraussetzung. Grundlage dieser Voraussetzung ist DIN V 18599 Teil 2.

Wurde das Gebäude mit einer besseren Luftwechselrate von projektiert und zeigt sich bei der Prüfung, dass der Luftwechsel höher ist, so muss das Gebäude nachgebessert werden. Anderenfalls ist der Energieausweis neu auszustellen.

Grundsätzlich bietet eine Luftdichtheitsprüfung dem Bauherren z.B. bei Errichtung eines Neubaus oder einer umfassenden Sanierung eines Bestandsgebäudes Sicherheit über die Qualität der Bauausführung. Wenn die Luftdichtigkeit geprüft wird, dann selbstverständlich für das ganze Gebäude. Anbieter der Messungen sind in der Lage, große Gebäude bei der Messung in sinnvolle Mess-Abschnitte zu unterteilen.

Unterliegen Lufterhitzer der Austauschpflicht nach §10 Abs.1?

Muß ein ölbetriebener Lufterhitzer, welcher eine Gewerbehalle beheizt (Bj.1979  mit 45kW) im Zuge der EnEV ausgetauscht werden?

Die Nachrüstverpflichtung des §10, Absatz 1 der EnEV gilt für "Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden". Diese dürfen seit Anfang 2015 nicht mehr betrieben werden, wenn sie vor dem 1. Januar 1985 eingebaut oder aufgestellt worden sind. Jüngere Heizkessel (nach dem 1. Januar 1985 eingebaut oder aufgestellt) dürfen nach Ablauf von 30 Jahren nicht mehr betrieben werden.

Ein "Heizkessel" ist gemäß §2, Punkt 7 der EnEV "der aus Kessel und Brenner bestehende Wärmeerzeuger, der zur Übertragung der durch die Verbrennung freigesetzten Wärme an den Wärmeträger Wasser dient".

Lufterhitzer übertragen die bei der Verbrennung freigesetzte Wärme nicht auf den Wärmeträger Wasser, sondern direkt an die Raumluft und gelten daher im Sinne der EnEV nicht als Heizkessel. Somit unterliegen sie - unabhängig vom Baualter - nicht der Nachrüstverpflichtung des §10, Absatz 1 der EnEV.

Sommerlicher Wärmeschutz - Ansatz erhöhter Nachtlüftung

Wann kann man vom Regelfall „erhöhte Nachtlüftung“ im Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes für einen Wohnraum ausgehen bzw. in welchen Fällen darf man nicht vom Regelfall „erhöhter Nachtlüftung“ ausgehen?

Antwort:
Beim Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes nach dem Sonneneintragskennwertverfahren der DIN 4108-2 geht man bei Wohngebäuden davon aus, dass die Bewohner nachts anwesend sind und bei Bedarf die Fenster öffnen, um Überhitzungen zu minimieren. Daher kann hier "in der Regel" von einem erhöhten Nachtluftwechsel ausgegangen werden und dieser auch im Nachweis angesetzt werden.

Mögliche Situationen außerhalb dieses Regelfalls sind nicht benannt oder beschrieben. Sie sollten also mit ingenieurmäßigem Sachverstand
prüfen, ob eine nächtliche Lüftung durch die Bewohner möglich und zu erwarten ist. Sollte dies in Einzelfällen nicht möglich oder zu
erwarten sein, sollte hingegen kein erhöhter Nachtluftwechsel angesetzt werden.

Solche Einzelfälle könnten z.B. dann vorliegen, wenn aufgrund von Festverglasungen ein kritischer Raum nicht gelüftet werden kann oder auch wenn die Bewohner aufgrund köperlicherEinschränkungen (z.B. in einem Pflegeheim) dazu nicht in der Lage sind.

Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes über thermische Simulation

Der Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes für ein Hotelhochhaus soll über eine thermische Gebäudesimulation geführt werden. Die Nutzungsrandbedingungen, speziell die Nutzungszeiten, und die internen Lasten, die gemäß DIN 4108-2 für die Simulation eines Nichtwohngebäude anzusetzen sind, weichen sehr stark von der realen Nutzung eines Hotels ab. Kann der Nachweis bei diesen Randbedingungen geführt werden?

Antwort:

Die Rahmenbedingungen der tatsächlichen Nutzung dürfen beim Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes nach EnEV und DIN 4108-2 nicht berücksichtigt werden. Es ist generell mit den Standardrandbedingungen der DIN 4108-2 zu rechnen.

Leider unterscheidet die DIN 4108-2 nicht zwischen verschiedenen Nutzungen in Nichtwohngebäuden, so dass auch Hotelnutzungen mit den ungünstigeren Standard-Randbedingungen für Nichtwohngebäude nachgewiesen werden müssen.

Berücksichtigung des baulichen Sonnenschutz aus der Verbauung.

In welcher Norm wird der bauliche Sonnenschutz (ggf. auch Verbauung/Verschattung) für den sommerlichen Wärmeschutz berücksichtigt?
Ist eine Balkonbrüstung (Glas oder Metall) auch ein baulicher Sonnenschutz? Wenn ja wie kann diese berücksichtigt werden?

Eine Berücksichtigung des baulichen Sonnenschutzes aus Verbauung, horizontaler und seitlicher Verschattung bietet DIN 4108-2 wie folgt:

Für Verschattung aus Überhang oder seitlichen Flächen gelten die Maßgaben der DIN 4108-2 Tabelle 2 Zeile 3.5. Fußnote d. Fenster die aufgrund Verbauung dauerhaft verschattet sind, können bei der Bestimmung des zulässigen Sonneneintragskennwertes hinsichtlich ihrer Orientierung DIN 4108-2 Tabelle 9 Zeile 6 als Nord-orientierte Fenster angesetzt werden.

In allen Fällen gilt, dass direkte Besonnung auszuschließen ist. Eine Balkonbrüstung, sofern mit üblicher Brüstungshöhe, erfüllt nicht die Anforderung an den Sonnenschutz eines dahinterliegenden Fensters mit üblicher Sturzhöhe. Eher kann mit dem Balkon selbst Verschattung aus Überhang für ein darunterliegendes Fenster nachzuweisen sein, sofern die Maßgabe der DIN 4108-2 Tabelle 2 Zeile 3.5. Fußnote d, Vertikalschnitt, erfüllt wird.

DIN 4108-2 bietet lediglich ein vereinfachtes Verfahren zur Bestimmung des sommerlichen Wärmeschutzes und zum öffentlich-rechtlichen Nachweis. Die Mindestanforderungen können nicht als ausreichend gelten, um eine Überhitzung von Räumen auszuschließen. Zur Prüfung eines ausreichenden sommerlichen Wärmeschutzes ist darum stets auch eine ingenieurmässige kritische Beurteilung der gesamten Situation durchzuführen, sofern keine genauere Berechnung, wie z.B. Simulation bei größeren klimatisierten Gebäuden, vorgenommen wird.